„Als sei nicht gewesen … „ Rezension zum Buch der Menschrechtskämpferin und Autorin Franziska Kelly

„Wenn ich die knallharte Realität beschreiben würde (das tue ich lieber in meinen Sachbüchern), dann würden die Leute schreiend davon laufen“ Franziska Kelly

Flensburg, 21.10.2009 (ws) – Eine „goldene Schreibregel“ besagt, dass ein Autor nur über Themen schreiben sollte, in denen er sich auskennst. Franziska Kelly kennt sich hervorragend in ihrem Thema aus, und ihr Thema heißt Menschenrechtsverletzungen.

Kelly arbeitet als Dipl.-Psychologin und Menschrechtskämpferin, sie engagiert sich für Gerechtigkeit, kämpft für Opfer von Gewalttaten. Franziska Kelly schreibt Fach- und Sachbücher, publiziert wissenschaftliche Artikel und hält Vorträge. Und das seit über zwanzig Jahre.

Weiterführender Artikel im Blog

Aber warum sollte Franziska Kelly Krimis schreiben, in denen Gewalt dargestellt wird? In ihrem neuesten Buch kommen Verbrechen wie Vergewaltigung, Kinder’pornografie’ im Internet, zur Sprache. Sie engagiert sich aber für Gewalt-freiheit? Wie passt das zusammen?

Das hätte, wie die Autorin kürzlich in einem Interview sagte, zwei Gründe. Zum einem sei sie durch ihre Arbeit ständig mit Verbrechen und Leid konfrontiert. In der Regel schwerste Kriminalität. Gegen Wehrlose. Das würde sie prägen. Sie bräuchte ein Ventil, und Krimischreiben sei für sie „Psychohygiene“.

Zum Anderen glaubt Kelly durch das Krimischreiben andere Zielgruppen finden zu können. Sie denkt, ihre Themen „glaubhafter“ – besser: transportabler – zu machen und hoffe, die Leser/innen würden eventuell sogar „aufwecken“. Wichtig sei ihr die Leser zu unterhalten: Sie schreibe gerne Krimis, die frech und flott daher kämen. Kelly liebe es Menschen zum Lachen zu bringen. Und das täte sie ganz bewusst:

„Wenn ich die knallharte Realität beschreiben würde (das tue ich lieber in meinen Sachbüchern), dann würden die Leute schreiend davon laufen“. In vielen ihrer Krimis gäbe es aber viel zum Lachen und Schmunzeln, in anderen wiederum Stoff zum Nachdenken. Ihre Leser würden diese Form des Transportierens von Gewaltthemen angenehmer empfinden.

Auch in ihrem neuesten Buch „Als sei nicht gewesen … „ transportiert Franziska Kelly Kriminalstorys und Thriller. 13 Verbrechen kommen in diesem, dichterisch verpackt, zu Sprache. Es geht um Vergewaltigung, Kinder’pornografie’ im Internet, Bankraub, Entführung, Geiselnahme, ’häusliche’ Gewalt, Erbschleicherei, Inzest und sogar Snuff-Videos.

Das Ganze kleidet sie teils in amüsante klingende Umschreibungen, teils in schwarzen Humor oder wirft auch mal die eine oder andere Prise Zynismus mit ins Buchstabengebüsch.

Kelly führt die Protagonistinnen spielerisch-souverän durch die Geschichten und füttert sie Stück für Stück mit Spannung. Am Ende wartet sie auch mal mit einem überraschenden Plot auf.
Ihr Schreibstil ist einfach und fließend und man huscht flott durchs Buch ohne nebenbei in einem Fremdwörterlexikon blättern zu müssen.

Kelly nimmt Stellung für ihre Figuren: Verliererinnen avancieren zu gefühlten, sympathischen Siegern, auch wenn sie teils schwerstes Unrecht getan haben. Kelly paart ihre Fachkenntnis mit Fantasie, man kann in ihrem Geschichten herauslesen, worum es in ihr geht: Sie versucht Ursachen und Wirkung von Gewalt/erfahrungen, schweren Menschenrechtsverletzungen zu erläutern, Handlungen zu ihrer Firguren zu erklären/verstehen. Man spürt die gewaltige Realität, die hinter den frei erfundenen Geschichten steckt, und man kann sich ausmalen wie es „in echt“ aussehen könnte.

Ob der Transport des großen Themas der Franziska Kelly durch diese 13 Storys gelingt, bleibt abzuwarten; lese- und empfehlenswert sind die allemal. Und was am Ende über alles steht, ist dieses: Sie regen dazu an, sich mehr mit dem Thema, in dem sich die Autorin gut auskennt, zu beschäftigen: Menschenrechtsverletzungen; und diese geschehen tagtäglich und weltweit, und dagegen kämpft Franziska Kelly. http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/

Text: Willi Schewski
Quelle: rp-online

Links mit weiterführenden Informationen:
Bücher, die die Welt jetzt braucht: Franziska Kelly – “Als sei …http://www.gluehwurm-online.de/
http://www.franziska-kelly.de/
http://www.gerstendoerfer.de/

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Genitalverstümmelung: Mehr als 1.000 Briefe nach dem Start der Patenmädchen-Kampagne

von fotopresse-nord

 Genitalverstümmelung: Mehr als 1.000 Briefe nach dem Start der Patenmädchen-Kampagne

Bis zu 400.000 Patenmädchen werden schutzlos der Genitalverstümmelung ausgeliefert

Zwei Wochen nach dem erfolgreichen Start der www.patenmaedchen.deKampagne ziehen die InitiatorInnen ein erstes Resumée

„Unbekanntes Mädchen“
Fotograf / Fotomontage: Willi Schewski – www.fotopresse-nord.de

„Die Kampagne thematisiert zum ersten Mal in der breiten Öffentlichkeit die Duldung der Genitalverstümmelung von tausenden Patenmädchen, die den Organisationen PLAN International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund zur Spendenakquise dienen“, heißt es in einer Pressemitteilung von heute.

Sie appellierte an die Verantwortung der SpenderInnen und würde die Möglichkeit bieten, über vorgefertigte Online-Briefe den Schutz der Mädchen nachdrücklich einzufordern und eigene Patenschaften so lange „auf Eis“ zu legen, bis die Organisationen den Schutz der Mädchen vor dieser schweren vermeidbaren Gewalt sicherstellten.

„Denn das könnten sie sofort, wenn sie wollten!“ heißt es bei der Organisation „TABU e.V.“.

Das Ziel der Kampagne würde den Nerv der Öffentlichkeit treffen: In einer Umfrage der Tageszeitung „Die WELT“, an der sich mehr als 2.300 LeserInnen beteiligt hätten, hieß es, dass 88% der Meinung sein sollen, dass Gemeinden, die unbedingt an den Verstümmelungen festhalten wollen, keine finanzielle Förderung mehr erhalten sollten.

Die Lösung, die das „Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung“ für die Kampagne erarbeitet hätte und von den Organisationen umgesetzt sehen will, hätte nichts mit Sanktionen zu tun, welche die Organisationen zu sehen vorgeben, sondern sie liefe auf einen völlig neuen Ansatz der Entwicklungspolitik hinaus und stellt die Empfängergemeinden vor eine faire Entscheidung. Sie sei so einfach wie effizient:

http://www.patenmaedchen.de/PDF/25Schritte_zum_Schutz.pdf

Die Ergebnisse würden sich direkt nachprüfen und messen lassen: Zusätzlich zu den 400.000 Patenmädchen könnten mehrere Millionen Mädchen in den jeweiligen Gemeinden geschützt werden. Und zwar umfassend und nachhaltig. „Dafür bedürfte es so gut wie keiner zusätzlichen Investitionen“, heißt in der Pressemitteilung.

„Mit der Umsetzung dieser Lösung gibt man den Empfängergemeinden ein Stück ihrer Würde und Selbstbestimmung zurück“ stellt der Schauspieler Martin Umbach fest, der die Kampagne unterstützt und dem eindringlichen Radiospot seine Stimme geliehen hat.

Überlebende der Verstümmelungspraxis und afrikanische ExpertInnen, die sich seit Jahren in ihren Ländern für ein Ende der Verstümmelungen einsetzten, hielten die Lösung ganz einfach für „genial“ und „lebensrettend“.

Doch genau das würden alle vier Organisationen bislang beharrlich ignorieren. Mehr als 1.000 Briefe würden bereits an die Organisationen gesandt, einschließlich erster Kündigungen von Patenschaften. Die UnterzeichnerInnen der Kampagnenbriefe erhielten lediglich Standardantworten: entweder äußern die Organisationen völlig identische PR-Standardsätze (PLAN International und ChildFund) oder wiesen die Verantwortung weit von sich (z.B. World Vision).

Simone Schwarz, ehemalige Patin eines Mädchens von Plan International und Vorstandsmitglied bei TABU e.V.:

„Aus den Reaktionen der Organisationen wird deutlich, dass sie unsere Lösungsvorschläge abschmettern, offensichtlich ohne sie überhaupt gelesen oder verstanden zu haben“ Denn sonst wüssten sie, dass diese Lösung geeignet ist, ein

heimliches Fortführen` der Verstümmelungen unmöglich zu machen und nachhaltigen, messbaren Schutz der Mädchen sicherzustellen.
Was mich aber wirklich erschreckt ist, dass immer noch keine einzige Organisation das Problem der Genitalverstümmelung als systematische Gewalt erkennt hat oder wohl erkennen will. Sie halten einfach fest an dem fatalen Mythos von

`Tradition` oder `Respekt für kulturelle Eigenheiten` und `Sie wissen nicht, was sie tun`. Dadurch aber werden die Menschen nicht nur entmündigt und von ihrer Verantwortung für die Verstümmelung ihrer Kinder freigesprochen; letztlich wird der Kreis der Gewalt auch bei der nächsten Generation weiter stabilisiert. Und genau darin sehe ich den Grund, weshalb heute – mehr als 30 Jahre nach Beginn der Bemühungen um ein Ende der Verstümmelungen – kaum nennenswerte Erfolge zu verzeichnen sind und jedes Jahr weiteren Millionen Mädchen diese Gewalt angetan wird. Damit muss endlich Schluss sein!“

Das Bündnis um die www.patenmaedchen.de – Kampagne ruft die Organisationen zur Aufgabe ihrer ignoranten Haltung auf, weil sie jedes Jahr tausende Mädchen ihre Gesundheit oder gar ihr Leben kostet.

„Wir fordern PLAN International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund auf,

– sich endlich ernsthaft mit der Lösung zu befassen, die zum nachhaltigen, umfassenden und messbaren Schutz sämtlicher Patenmädchen führen wird,

– ihre Politik der standardisierten Monologe aufzugeben und endlich den Dialog mit unserem Bündnis und den dahinterstehenden Menschen aufzunehmen und

– dies möglichst zeitnah zu tun, da jeder weitere Tag, an dem den Mädchen der Schutz vor den Verstümmelungen verwehrt wird, mit weiteren vermeidbaren Opfern endet.

Wir sind jederzeit bereit, den MitarbeiterInnen der genannten Organisationen in Workshops, Seminaren oder Vorträgen mit fundierter Expertise zur Seite zu stehen und wünschen uns im Interesse der gefährdeten Mädchen endlich eine echte Dialog- und Lernbereitschaft!“

Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung

Eine Initiative von:

Akifra e.V., Giordano Bruno Stiftung, Human Rights Services Oslo/Norwegen, Lobby für Menschenrechte e.V., Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft, TABU e.V.,

Artikel zum Thema:
Petition gegen Genitalverstümmelung von Patenmädchen – BITTE mitmachen & unterschreiben!
Kampagne „gegen Genitalverstümmelung von Patenmädchen“ | Beeindruckender Spot

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Der Fall Polanski | Monika Gerstendörfer: „Opferfeindliche Berichterstattung“

 von fotopresse-nord

 In einer Mitteilung der Lobby für Menschenrechte spricht Monika Gerstendörfer zum Fall Polanski von einer „unsägliche, opferfeindlichen Berichterstattung“.

Quelle: www.fotopresse-nord.de

Monika Gerstendörfer berichtet von „zwei kurzen Interviews mit der Gewaltüberlebenden“. Aus diesen soll hervorgegangen sein, dass die Mutter von Samantha Gailey sie als 13jähriges Kind zu Polanski wg. Fotoaufnahmen gebracht haben soll. Monika Gerstendörfer: „Sie ließ das Kind dort; also allein!“

Gerstendörfer: „Allein das ist völlig verantwortungslos und ein Vertrauensmissbrauch, der unverzeihlich ist. Polanski hat sie dann mit Alkohol und Medikamenten abgefüllt, danach begann er mit der Betatscherei. Sie habe gesagt, er solle aufhören, doch er ignorierte das.“

Samantha Gailey hätte dem Interviewer gesagt, dass sie so viel Angst vor P. hatte, dass sie wie gelähmt war und nur noch daran dachte, diese Nacht zu überleben.

Monika Gerstendörfer: „das spricht Bände!“

Dieses Kind hätte ein mehrfaches Trauma erleben müssen, sagt Frau Gestendörfer. „Es tat mir in der Seele weh, diese Worte von ihr zu hören.“

Gestendörfer: „Und trotzdem stellen sich weiter Promis vor die Kamera – wie gestern der Schauspieler Claude Oliver Rudolph – und tun so, als sei der ´ganze Quatsch´ doch bitte endlich zu beenden; und zwar im Sinne des armen Polanski, der in seinem Leben schon so viel durchgemacht habe.

Es ist wahr, dass es Grausames erleben musste. Aber dann müsste gerade er wissen, wie entsetzlich sich gewalttätige Übermacht anfühlt und welche verheerenden Auswirkungen sie hat, fügt Gestendörfer hinzu.“

Der Fall Polanski würde Gestendörfer an die Zeit erinnern, wo sie den „Fall A. Türck vs. Katharina B.“ akribisch dokumentiert hätte und auch in ihrem Sachbuch beschrieb. Die Muster der Berichterstattung liefen immer gleich ab!

Gestendörfer: „Niemals zum Wohle der Opfer oder gar der gesellschaftlichen Aufklärung.“

Perfide wären, wie die Menschenrechtlerin schreibt, die Hinweise auf das Geld, die sog. Entschädigungszahlung durch Polanski.

„Entschädigung? Wofür? Sollen jetzt potenzielle Opfer darauf hoffen dass sie von einem reichen Promi sexualisiert misshandelt werden, damit sie `entschädigt` werden? Ja, das klingt zynisch, ich weiß. Und es ist zynisch!“, schreibt Gerstendörfer.

Ähnliches würde auch für Hinweise der Medien gelten, Polanski hätte (auch…) mit der damals 16jährigen Kinski ein Liebesverhältnis gehabt.

Gestendörfer: „Liebesverhältnis! Motto: Ist alles ganz normal mit diesen „Lolitas“. Hier wird durch den Hinweis auf die Kinski-Tochter das Verbrechen an der 13Jährigen sexualisiert und damit bagatellisiert. Ist das ekelhaft!“

Die Tatsache, dass durch eine solche Berichterstattung zahlreiche Gewaltüberlebende retraumatisiert werden würde, würde völlig ausgeblendet werden.

Die US-Schauspielerin Whoopi Goldberg hätte Frau Gestendürfer ein neues Unwort für ihre Liste beschert:

„Sie sagte, es sei keine `Vergewaltigung-Vergewaltigung´ gewesen; also keine `richtige´.

„Weitere unsägliche Berichte“ (im Sinne von Frau Gestendörfer):

ZDF-ASPEKTE: „Opfer und Täter bitten um Ruhe“:
http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7905719,00.html?dr=1

Roman Polanski: Nur ein bisschen vergewaltigt …

(…) Nur wenige Stunden nach der Festnahme des Regisseurs in Zürich hatte die Schauspielerin Whoopi Goldberg in der amerikanischen Morgen-Schnatter-Show „The View“ ihrem Publikum erklärt, Polanskis damals 13-jähriges Opfer sei gar nicht vergewaltigt worden: „Ich weiß, es war keine Vergewaltigung-Vergewaltigung“, sagte sie. „Es war etwas anderes, aber keine richtige Vergewaltigung.“
(…)
Hollywoods Filmschaffende – sowie Künstler und Künstlerähnliche aller Länder – haben sich in aufgeregten Petitionen auf Polanskis Seite geschlagen.In „Free Willy“-Manier prangen „Free Polanski“-Sticker an Star-Revers.

Ganzer Artikel (lesenswert!) hier:
http://www.stern.de/lifestyle/leute/roman-polanski-nur-ein-bisschen-vergewaltigt–1512094.html

+
SZ:
Auch hier wieder typisch: der Täter wird zum Opfer gemacht (antisemitische Ausfälle gegen ihn werden ins Feld geführt. Was kann sein Opfer dafür? Hier werden also zwei „Baustellen“ perfide vermischt) und natürlich die Tat bagatellisiert (die Rede ist von Verführung! In Wahrheit hat der Kerl das Kind erst mit Medikamenten und Alkohol geschädigt, um es dann zu vergewaltigen)
Hier mehr:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/73/489460/text/

+
„Wir müssen ihn beschützen“:

Der populäre linke Ex-Kulturminister Jack Lang erklärt sich im Fernsehen dagegen „empört“ über das Vorgehen der Justiz. Polanski habe sich für seine 32 Jahre zurückliegende Tat entschuldigt und das Opfer habe seine Anzeige zurückgezogen. „Roman Polanski darf nicht in die USA zurückkehren. Wir müssen ihn beschützen. Er wird in Europa bleiben, wenn jeder von uns kämpft, um ihn zu verteidigen.“
Quelle:
http://portal.1und1.de/de/themen/unterhaltung/klatsch-tratsch/9026356-Auch-Beifall-fuer-Roman-Polanskis-Festnahme.html

http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/

BuchTIPP – Ohne Respekt und Würde: sexualisierte Gewalt in Krieg und Frieden, im Internet und in der Familie – ihre mediale Darstellung und die Realität für die Opfer

Gerstendörfer, M., 2007, Der verlorene Kampf um die Wörter – Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt. Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung, Junfermann Verlag, Paderborn. ISBN 3-87387-641-8. – weitere Infos

www.gerstendoerfer.de

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E-Petition: „Traumaaufruf“ Forderung nach besserer medizinischer Behandlung von Trauma-Betroffenen nach sexuellem Missbrauch

Pressemitteilung Berlin, 01.10.2009

E-Petition Traumaaufruf
A better help for Trauma
von Christina Rößler

Christina Rößler

Foto: (c) Christina Rößler

In einer E-Petition „Traumaaufruf“ fordert Christina Rößler eine bessere medizinische Behandlung von Trauma-Betroffenen nach sexuellem Missbrauch. Insbesondere wären die Einführung von speziellen Patienten-Modulen im gesamten Gesundheitssystem wie bei Ärzten, Psychologen, Psychiatern, Gutachtern, Krankenkassen, Rententrägern und Versorgungsämtern von Wichtigkeit.

Aus eigener Betroffenheit hat Christina Rößler diese Aktion gestartet und aus jahrelanger Unkenntnis ihrer Ursache mit unerklärlichen gesundheitlichen Beschwerden, den sexuellen Missbrauch, das Schweigen gebrochen. Auch über unsachgemäße Behandlungen würden viele Betroffene über Jahre schweigen, denn ebenso Mediziner könnten Betroffene auf unterschiedlichen Ebenen, wie auf emotionaler, geistiger oder körperlicher Ebene, was ebenso noch immer ein Tabuthema darstellen würde, missbrauchen.

Aus diesem Grund bräuchte es spezielle Richtlinien in Behandlungen, die in diesem Bereich jedoch sehr oft nicht vorhanden seien.

Christina Rößlers Forderungen wären spezielle Patientenmodule für Missbrauchs-Betroffene im gesamten Gesundheitssystem, wie schriftliche Rahmenbelege über die medizinische Aufklärung der Patienten vor jeder Behandlung, die es nicht verpflichtend überall gibt, sowie einen Patientenrechtsvertrag, den es bislang nur mündlich gibt.

Des weiteren fordert Frau Rößler die Kostenübernahme für eine spezielle Trauma-Therapie, die in ambulanten aber auch stationären Behandlungen oft noch nicht gezahlt würde.

Für ihren Aufruf benötigt Frau Rößler noch zahlreiche Unterschriften, die direkt online unter dieser Internetadresse abgegeben werden können: http://www.traumaaufruf.de/petit.html

Christina Rößlers E-Petition wird bereits von Prominenz unterstützt, wie dem Duo Honeymoon in Berlin und Norbert Denef, der sich für die Abschaffung der Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch einsetzt.

Weitere Informationen unter http://www.traumaaufruf.de/ sowie http://pressebuero-nord.blog.de/ und http://opferlobby.blog.de/

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L’Affaire Polanski | Gegen den Regisseur formiert sich Widerstand

 Stern-Online:

Die Regierungen von Frankreich und Polen setzen sich auf offizieller Ebene zwar für die Freilassung des in der Schweiz festgenommenen Roman Polanski ein – in den Ländern formiert sich gegen diese Haltung jedoch Widerstand.

Immer mehr Menschen fordern, dem Regisseur keine privilegierte Behandlung zukommen zu lassen. Von Carsten Heidböhmer weiter

Der Fall Roman Polanski: Nur ein bisschen vergewaltigt …

Aufforderung zum Mitmachen: E-Petition „Traumaaufruf“

Der „Fall Roman Polanski“: Das Vernehmungsprotokoll des Opfers

Kommentar zum Fall Star-Regisseurs Roman Polanski

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3. Oktober: „Die Nacht der deutschen Einheit“ im NDR Fernsehen

„Die Nacht der deutschen Einheit“ im NDR Fernsehen: 3. Oktober, ab 23.15 Uhr

Sendetermin: Sonnabend, 3. Oktober, ab 23.15 Uhr

Riss im Mauerwerk

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei – Deutschland war wiedervereinigt. Das NDR Fernsehen erinnert in der „Nacht der deutschen Einheit“ von Sonnabend, 3. Oktober, auf Sonntag, 4. Oktober, ab 23.15 Uhr an die Ereignisse von damals, an den Mauerfall in Berlin 1989 und an die Entwicklung der deutschen Teilung.

23.15 Uhr: Die Jahre, wie sie waren – Deutschland in den Fünfzigern
Film von Raymond Ley
Lebensmittelmarken, Heimkehrer, Neuanfang – das gab es in den frühen 50er-Jahren. Im Osten wie Westen herrschte eine Zeit des Aufbruchs in den Kalten Krieg. Aber wie war das Leben zwischen Rationen, Illusionen und Demontagen? „Die Jahre, wie sie waren“ wirft einen Blick auf die „gefühlten“ 50er-Jahre in Ost und West – inmitten einer sich verschärfenden politischen Weltlage: eingekochtes Obst, der Parteieintritt, selbst gepresste Briketts, der erste Mokkaflip, Volkswagen im Aufwind, der Küchenschrank im Selbstbauverfahren – und das viel gepriesene Wirtschaftswunder. Ost und West entwickelten sich mit Hochgeschwindigkeit auseinander – obwohl sich die Erwartungen an Arbeit, Glück und Konsum nicht großartig voneinander unterschieden.

0.00 Uhr: Als die Mauer fiel – 50 Stunden, die die Welt veränderten
Film von Hans-Hermann Hertle

Berlin, 9. November 1989: Tausende Menschen durchbrechen die Grenzübergänge – fassungslos, vor Freude weinend und jubelnd. Der Todesstreifen zwischen Ost und West verliert seinen Schrecken. In dieser umfassenden Fernsehdokumentation werden die spannenden Ereignisse zwischen dem 9. und 11. November 1989 rekonstruiert. Was ging in der Führung der SED vor sich? War der Mauerfall etwa das „Opus Magnum“ des Staatssicherheitsdienstes? Handelte die SED-Führung auf Anweisung Moskaus? Oder beruhte alles auf einem Irrtum?

1.30 Uhr: Im Sog der Einheit – Monate, die die Welt verändern
Film von Meggy Steffen, Jürgen Eger, Brigitte Seebacher-Brandt und Mathias Gehler

2.55 Uhr: Erst Deutschland – dann Korea: Der Kampf der Kirchen für die Einheit
Film von Viola Schmid, 1992

3.40 Uhr: Auf höchster Ebene
Film von Thomas Hausner

4.35 Uhr: Das Ende der Utopien – Wie die DDR die BRD geträumt hat
Film von Michael Rutschky, 1992
Eine Filmcollage über die Vorstellungen ehemaliger DDR-Bürger vom „goldenen Westen“ und die Enttäuschungen beim Versuch der Verwirklichung vieler Träume. Aus Archivmaterial der „Tagesschau“, Werbespots, Stimmungsbildern und in Gesprächen mit drei Frauen in der ehemaligen DDR hat der Autor einen Film gemacht, der die Hoffnung auf Freiheit und Wohlstand sowie die nach der Wiedervereinigung eingetretene schmerzliche Realität zum Thema hat. Zwischendurch äußern sich der „Optimist“ und der „Pessimist“ (in Gestalt zweier Schauspieler) mit ihren Einschätzungen zur Lage.

NDR Presse und Information
www.ndr.de

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Kommentar zum Fall Star-Regisseur Roman Polanski – von Monika Gerstendörfer

 

von fotopresse-nord Pro @ 2009-09-30 – 17:13:17

 Text: Monika Gerstendörfer
Kommentar zu Fall Star-Regisseurs Roman Polanski:

Die weltweiten Reaktionen von Promis auf die Festnahme von Polanski sind ungeheuer skandalös und dabei doch so typisch.
Ich höre da immer den Satz eines alten Kripo-Freundes: “Die Lobby für die Täter ist viel stärker als die für die Opfer.”

Genau das findet hier (einmal wieder) statt. Ja, es wird geradezu zelebriert!

Dass das Opfer seit der Tat lebenslänglich hat, interessiert niemanden. Das Leben dieser Frau wäre ganz anders verlaufen, wenn Polanski sie nicht brutal als Kind(!) vergewaltigt hätte. Eine entsetzliche, todesnahe Erfahrung mit der Aussage des Täters: “Du existierst nicht!” Genau das vermittelt nämlich sexualisierte Gewalt. Es ist eine besonders perfide, demütigende und menschenverachtende Tat. Vielleicht die schändlichste überhaupt. Polanskis Opfer hatte keine Chance auf eine normale Kindheit oder Jugend. Ihr Leben drehte sich seit der Tat ums reine Überleben. Opfer sexualisierter Gewalt sind noch nach Jahrzehnten suizid-gefährdet. Manche reden noch auf dem Totenbett davon!
Aber für solche Gewaltüberlebende stellt sich niemand mit Plakaten vor Kameras. Schon gar keine Promis, die doch ansonsten so gerne auf Charity-Veranstaltungen gehen…

Für den Täter Polanski fordert diese Leute jedoch eine Begnadigung!
Man höre und staune!
Sagte einer der Söhne von Uwe Ochsenknecht doch allen Ernstes in die Kamera: “Der ist über siebzig. Was soll er da noch im Knast?”
Hallo?
Bei Naziverbrechern oder Nicht-Prominenten reden solche Leute anders. Und sind nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich?
Zudem ist Polanski damals einfach geflohen. Er hat sich also ganz bewusst seiner Verantwortung entzogen. So muss er das jetzt nachholen!

Ich fordere Empathie, Gerechtigkeit und Gnade für die Überlebenden sexualisierter Gewalt!
Und ich fordere die Medien auf, sie nicht länger als “Sexopfer” zu bezeichnen, an denen sich jemand “verging”. Das ist unerhört! Man darf solche Gewaltverbrechen nicht sexualisieren und bagatellisieren. Sexualisierte Gewalt ist das Schlimmste, was man einem Menschen antun kann.

Doch ich höre schon die entsetzten Rufe, wenn demnächst wieder einmal ein Kind vergewaltigt wurde: “Wie kann ein Mensch so etwas tun? Die gehören für immer hinter Gitter!”
Geht es noch verlogener?

Monika Gerstendörfer, 30. September 2009
www.lobby-fuer-menschenrechte.de

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