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„Als sei nicht gewesen … „ Rezension zum Buch der Menschrechtskämpferin und Autorin Franziska Kelly

„Wenn ich die knallharte Realität beschreiben würde (das tue ich lieber in meinen Sachbüchern), dann würden die Leute schreiend davon laufen“ Franziska Kelly

Flensburg, 21.10.2009 (ws) – Eine „goldene Schreibregel“ besagt, dass ein Autor nur über Themen schreiben sollte, in denen er sich auskennst. Franziska Kelly kennt sich hervorragend in ihrem Thema aus, und ihr Thema heißt Menschenrechtsverletzungen.

Kelly arbeitet als Dipl.-Psychologin und Menschrechtskämpferin, sie engagiert sich für Gerechtigkeit, kämpft für Opfer von Gewalttaten. Franziska Kelly schreibt Fach- und Sachbücher, publiziert wissenschaftliche Artikel und hält Vorträge. Und das seit über zwanzig Jahre.

Weiterführender Artikel im Blog

Aber warum sollte Franziska Kelly Krimis schreiben, in denen Gewalt dargestellt wird? In ihrem neuesten Buch kommen Verbrechen wie Vergewaltigung, Kinder’pornografie’ im Internet, zur Sprache. Sie engagiert sich aber für Gewalt-freiheit? Wie passt das zusammen?

Das hätte, wie die Autorin kürzlich in einem Interview sagte, zwei Gründe. Zum einem sei sie durch ihre Arbeit ständig mit Verbrechen und Leid konfrontiert. In der Regel schwerste Kriminalität. Gegen Wehrlose. Das würde sie prägen. Sie bräuchte ein Ventil, und Krimischreiben sei für sie „Psychohygiene“.

Zum Anderen glaubt Kelly durch das Krimischreiben andere Zielgruppen finden zu können. Sie denkt, ihre Themen „glaubhafter“ – besser: transportabler – zu machen und hoffe, die Leser/innen würden eventuell sogar „aufwecken“. Wichtig sei ihr die Leser zu unterhalten: Sie schreibe gerne Krimis, die frech und flott daher kämen. Kelly liebe es Menschen zum Lachen zu bringen. Und das täte sie ganz bewusst:

„Wenn ich die knallharte Realität beschreiben würde (das tue ich lieber in meinen Sachbüchern), dann würden die Leute schreiend davon laufen“. In vielen ihrer Krimis gäbe es aber viel zum Lachen und Schmunzeln, in anderen wiederum Stoff zum Nachdenken. Ihre Leser würden diese Form des Transportierens von Gewaltthemen angenehmer empfinden.

Auch in ihrem neuesten Buch „Als sei nicht gewesen … „ transportiert Franziska Kelly Kriminalstorys und Thriller. 13 Verbrechen kommen in diesem, dichterisch verpackt, zu Sprache. Es geht um Vergewaltigung, Kinder’pornografie’ im Internet, Bankraub, Entführung, Geiselnahme, ’häusliche’ Gewalt, Erbschleicherei, Inzest und sogar Snuff-Videos.

Das Ganze kleidet sie teils in amüsante klingende Umschreibungen, teils in schwarzen Humor oder wirft auch mal die eine oder andere Prise Zynismus mit ins Buchstabengebüsch.

Kelly führt die Protagonistinnen spielerisch-souverän durch die Geschichten und füttert sie Stück für Stück mit Spannung. Am Ende wartet sie auch mal mit einem überraschenden Plot auf.
Ihr Schreibstil ist einfach und fließend und man huscht flott durchs Buch ohne nebenbei in einem Fremdwörterlexikon blättern zu müssen.

Kelly nimmt Stellung für ihre Figuren: Verliererinnen avancieren zu gefühlten, sympathischen Siegern, auch wenn sie teils schwerstes Unrecht getan haben. Kelly paart ihre Fachkenntnis mit Fantasie, man kann in ihrem Geschichten herauslesen, worum es in ihr geht: Sie versucht Ursachen und Wirkung von Gewalt/erfahrungen, schweren Menschenrechtsverletzungen zu erläutern, Handlungen zu ihrer Firguren zu erklären/verstehen. Man spürt die gewaltige Realität, die hinter den frei erfundenen Geschichten steckt, und man kann sich ausmalen wie es „in echt“ aussehen könnte.

Ob der Transport des großen Themas der Franziska Kelly durch diese 13 Storys gelingt, bleibt abzuwarten; lese- und empfehlenswert sind die allemal. Und was am Ende über alles steht, ist dieses: Sie regen dazu an, sich mehr mit dem Thema, in dem sich die Autorin gut auskennt, zu beschäftigen: Menschenrechtsverletzungen; und diese geschehen tagtäglich und weltweit, und dagegen kämpft Franziska Kelly. http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/

Text: Willi Schewski
Quelle: rp-online

Links mit weiterführenden Informationen:
Bücher, die die Welt jetzt braucht: Franziska Kelly – “Als sei …http://www.gluehwurm-online.de/
http://www.franziska-kelly.de/
http://www.gerstendoerfer.de/

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3. Oktober: „Die Nacht der deutschen Einheit“ im NDR Fernsehen

„Die Nacht der deutschen Einheit“ im NDR Fernsehen: 3. Oktober, ab 23.15 Uhr

Sendetermin: Sonnabend, 3. Oktober, ab 23.15 Uhr

Riss im Mauerwerk

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei – Deutschland war wiedervereinigt. Das NDR Fernsehen erinnert in der „Nacht der deutschen Einheit“ von Sonnabend, 3. Oktober, auf Sonntag, 4. Oktober, ab 23.15 Uhr an die Ereignisse von damals, an den Mauerfall in Berlin 1989 und an die Entwicklung der deutschen Teilung.

23.15 Uhr: Die Jahre, wie sie waren – Deutschland in den Fünfzigern
Film von Raymond Ley
Lebensmittelmarken, Heimkehrer, Neuanfang – das gab es in den frühen 50er-Jahren. Im Osten wie Westen herrschte eine Zeit des Aufbruchs in den Kalten Krieg. Aber wie war das Leben zwischen Rationen, Illusionen und Demontagen? „Die Jahre, wie sie waren“ wirft einen Blick auf die „gefühlten“ 50er-Jahre in Ost und West – inmitten einer sich verschärfenden politischen Weltlage: eingekochtes Obst, der Parteieintritt, selbst gepresste Briketts, der erste Mokkaflip, Volkswagen im Aufwind, der Küchenschrank im Selbstbauverfahren – und das viel gepriesene Wirtschaftswunder. Ost und West entwickelten sich mit Hochgeschwindigkeit auseinander – obwohl sich die Erwartungen an Arbeit, Glück und Konsum nicht großartig voneinander unterschieden.

0.00 Uhr: Als die Mauer fiel – 50 Stunden, die die Welt veränderten
Film von Hans-Hermann Hertle

Berlin, 9. November 1989: Tausende Menschen durchbrechen die Grenzübergänge – fassungslos, vor Freude weinend und jubelnd. Der Todesstreifen zwischen Ost und West verliert seinen Schrecken. In dieser umfassenden Fernsehdokumentation werden die spannenden Ereignisse zwischen dem 9. und 11. November 1989 rekonstruiert. Was ging in der Führung der SED vor sich? War der Mauerfall etwa das „Opus Magnum“ des Staatssicherheitsdienstes? Handelte die SED-Führung auf Anweisung Moskaus? Oder beruhte alles auf einem Irrtum?

1.30 Uhr: Im Sog der Einheit – Monate, die die Welt verändern
Film von Meggy Steffen, Jürgen Eger, Brigitte Seebacher-Brandt und Mathias Gehler

2.55 Uhr: Erst Deutschland – dann Korea: Der Kampf der Kirchen für die Einheit
Film von Viola Schmid, 1992

3.40 Uhr: Auf höchster Ebene
Film von Thomas Hausner

4.35 Uhr: Das Ende der Utopien – Wie die DDR die BRD geträumt hat
Film von Michael Rutschky, 1992
Eine Filmcollage über die Vorstellungen ehemaliger DDR-Bürger vom „goldenen Westen“ und die Enttäuschungen beim Versuch der Verwirklichung vieler Träume. Aus Archivmaterial der „Tagesschau“, Werbespots, Stimmungsbildern und in Gesprächen mit drei Frauen in der ehemaligen DDR hat der Autor einen Film gemacht, der die Hoffnung auf Freiheit und Wohlstand sowie die nach der Wiedervereinigung eingetretene schmerzliche Realität zum Thema hat. Zwischendurch äußern sich der „Optimist“ und der „Pessimist“ (in Gestalt zweier Schauspieler) mit ihren Einschätzungen zur Lage.

NDR Presse und Information
www.ndr.de

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Flensburg: AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG „Feind ist, wer anders denkt“

Wanderausstellung über die Staatssicherheit der DDR kommt nach Flensburg

Die Wanderausstellung der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen (BStU) über die Staatssicherheit der DDR „Feind ist, wer anders denkt“ wird am 1. Oktober 2009 im Rathaus Flensburg eröffnet.

Der stellvertretende Stadtpräsident der Stadt Flensburg, Erich Seifen, und der Leiter der Abteilung Bildung und Forschung der Stasi-Unterlagen-Behörde, Dr. Helge Heidemeyer, präsentieren sie gemeinsam.

Ort: Rathaus Flensburg, Bürgerhalle
Rathausplatz 1, 24931 Flensburg
Zeit: Donnerstag, 1. Oktober 2009, 18 Uhr

Grußwort: Erich Seifen, Stellvertretender Stadtpräsident der Stadt Flensburg
Vortrag: Dr. Helge Heidemeyer, Leiter der Abteilung Bildung und Forschung der Stasi-Unterlagen-Behörde

Anschließend besteht die Möglichkeit zu einem Rundgang durch die Ausstellung.

Foto: Willi Schewski – www.fotopresse-nord.de

„Feind ist, wer anders denkt“ − so heißt die neue Wanderausstellung der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen. Sie richtet sich vor allem an die Bürgerinnen und Bürger in den alten Bundesländern und wurde im letzten Jahr in Hamburg zum Tag der Deutschen Einheit erstmals präsentiert. Nachdem die Ausstellung bereits in einigen Landeshauptstädten gezeigt wurde, kann sie nun vom 1. bis zum 16. Oktober 2009 in Flensburg besucht werden.

Sie stößt´auf durchgängig hohe Resonanz und großes Interesse, was sich in den Besucherzahlen widerspiegelt. Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher haben sie schon gesehen.

HAUSANSCHRIFT Karl-Liebknecht-Straße 31/33, 10178 Berlin
POSTANSCHRIFT 10106 Berlin
TEL (030) 2324 – 7171
FAX (030) 2324 – 7179
INTERNET www.bstu.de

Die Wanderausstellung dokumentiert die Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). An exemplarisch ausgewählten Daten und Ereignissen der DDR-Geschichte wird erläutert, wie das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ die Macht der Staatspartei SED sicherte: etwa durch Überwachung der eigenen Bevölkerung, Repressionsmaßnahmen und den Einsatz von Spitzeln, den inoffiziellen Mitarbeitern (IM).

Der Feind guckt mit!
Foto: Willi Schewski – www.fotopresse-nord.de

Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Täterapparates.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schicksal der Menschen, die in das Visier der Staatssicherheit geraten sind. Denn Lebensweisen, die von der Norm abwichen, und politische Vorstellungen, die nicht der Parteidoktrin entsprachen, galten als „staatsfeindlich“ und wurden verfolgt. Anhand ausgewählter Biografien werden die oft gravierenden Auswirkungen der geheimpolizeilichen Verfolgung verdeutlicht.

Besuchszeiten
Vom 2. bis zum 16. Oktober 2009, montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BStU stehen für Gespräche und Führungen zur Verfügung.

GRUPPENFÜHRUNGEN nach Anmeldung, Tel.: 0461 85-2100.

Begleitprogramm
Dienstag, 6. Oktober 2009, 19 Uhr
Der Staatssicherheitsdienst der DDR – wie er die Bürger überwachte VORTRAG UND DISKUSSION mit Harald Both, BStU WEITERBILDUNGSSEMINAR FÜR LEHRERINNEN UND LEHRER

8. Oktober 2009, 14.30 – 18 Uhr, Ort: Flensburg, Volkshochschule, Flensburg Galerie.
Referent: Dr. Hans-Peter Löhn, Dozent für politische Bildung bei der BStU. Anmeldung über die Volkshochschule Flensburg, Herrn Helmut Claas, Tel.: 0461 85-2168 oder per E-Mail an volkshochschule@flensburg.de.

Steffen Mayer, Pressesprecher
Weitere Informationen zu Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2009 finden Sie unter www.FriedlicheRevolution.de.

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Rezension zum Buch: Frannys Reise: Eine kleine Geschichte über das Leben und das Sterben

von fotopresse-nord

 Rezension zum Buch: Frannys Reise: Eine kleine Geschichte über das Leben und das Sterben von Constanze Köpp

Cover

Rezensent: Willi Schewski
Titel: Klasse Buch!

Es ist ein Ereignis, das uns alle, früher oder später, trifft: Sterben und Tod. Bei Franny, der Hauptperson in der Erzählung von Constanze H. E. Köpp, schlägt die verteufelte Verquickung des Schicksals früh zu: nicht einmal sechszehn Jahre wird sie alt.

Franny erzählt in einer atemberaubenden, anmutigen Weise ihren Weg: ihren Weg zur Erkrankung (Mukoviszidose), ihren Weg des Leidens, Ihren Weg des Sterbens und sie erzählt, wie es oben“ ist, wo sie auf uns niederblickt: im Himmel.

Franny spricht zu den Kranken, den Gesunden, den Abschied Nehmenden, den großen und kleinen sowie jungen und alten Menschen. Sie öffnet ihnen den Vorhang des Himmels und schließt die Tür ihrer Heimat für uns auf. Franny stellt Fragen – über das Leben, den Tod, das Sterben, die letzte Reise, Gott, beste Freundinnen, Familie und Schmetterlinge im Bauch. Und Franny liefert auf gleichermaßen kindliche wie reife Art ihre Antworten gleich mit.

Der Autorin ist es gelungen, eine Sprache, Frunnys Sprache, zu finden, die fesselt, die zu Tränen rührt (vor Traurigkeit), die einen zum Lachen bringt (ob der Leichtigkeit des Jenseits), und die wütend macht (ob der Ungerechtigkeit): Warum müssen manche Kinder leiden und von uns gehen?

Constanze H. E. Köpps Schreibstil ist beschwingt, poetisch-fein und sie schafft es, das fiese Thema Krankheit, Sterben und Tod ruhig und sensibel zu transportieren (wenn sie auch das Philosophische leicht übertreibt und man sich fragen muss, ob einige Sinndeutungen einer Fünfzehnjährigen angemessen sind). Dennoch: Das Buch ist eine Erzählung, eine Fiktion, wenn auch der reale Hintergrund, der Tod eines Kindes, zu erkennen ist: man spürt die Motivation, den Ehrgeiz der Autorin, über den Schmerz, das Unerklärliche, das Thema der Endlichkeit zu reflektieren.

Text: Willi Schewski

Hörprobe FRANNY

Links
http://www.willkommen-im-himmel.de/
http://www.wohnkosmetik.de/
http://willkommen-im-himmel.blogspot.com/
http://kreatives-schreiben.suite101.de/article.cfm/von_bod_zum_verlag

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20 Jahre Mauerfall: Das „Grenzhus“ und die „Priesterkate“ erinnern an die innerdeutsche Grenze zwischen Elbe und Lübeck

von fotopresse-nord

Die „Pristerkate“ in Büchen stellt anlässlich des Falls der Mauer vor 20 Jahren einzigartige Zeitzeugen, historische Dokumente, Fotos und Uniformen aus. Das denkmalgeschützte sehenswerte Reetdachhaus steht nur wenige hundert Meter vom Radwanderweg am Elbe-Lübeck-Kanal entfernt.

Riss im Mauerwerk

Quelle: Fotopresse Nord – Willi Schewski

Die Sonderausstellung vom 24. September bis 1. November zeigt den Aufbau und die Entwicklung der Grenzanlagen, erläutert die Staatssicherheit und dokumentiert gelungene und gescheiterte Fluchtversuche. Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag sowie jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr.
Weitere Infos: Priesterkate Büchen, Gudower Straße 1, 21514 Büchen-Dorf, Tel. 04155/6141

Weiter entlang der ehemaligen Grenze führt die Tour zum „Grenzhus“ in Schlagsdorf bei Ratzeburg. Hier bekommen die Besucher den Grenzabschnitt zwischen Ostsee und Elbe gleich von zwei Seiten – von Ost und West – gezeigt.

Je nach Herkunft erleben die Gäste das Außengelände mit nachgebauten DDR-Grenzsperranlagen der 80er Jahre – zunächst von der „eigenen“ und anschließend von der „anderen“, unbekannten Seite. Das mehr als 200 Jahre alte Gutshaus bietet zudem Ausstellungen zur Geschichte der innerdeutschen Teilung sowie Wanderungen im Biosphärenreservat Schaalsee. Besonders intensiv und lehrreich gestaltet sich der Besuch im „Grenzhus“ mit einer Führung durch einen Zeitzeugen.

Öffnungszeiten: Montags bis Freitags von 10 bis 16.30 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Weitere Infos: Grenzhus e.V., Neubauernweg, 19217 Schlagsdorf, Telefon 038875/20326, www.grenzhus.de Puppenstuben und Eisenbahnen aus DDR-Zeiten

Die Ausstellung „40 Jahre DDR-Spielzeug, 1949 bis 1989“ ist noch bis zum 4. Oktober im Geesthacht Museum zu sehen. Die einzigartige Privatsammlung zeigt über 400 Exponate. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 11 bis 17 Uhr,
Weitere Infos: Geesthacht Museum, Bergedorfer Straße 28, 21502 Geesthacht www.museum.geesthacht.de

Alle Informationen rund um Ausstellungen und Museen im Herzogtum Lauenburg sind beim Tourismus- und Naturzentrum „erlebnisreich“ erhältlich, Tel. 04542 / 85 68 60, E-Mail erlebnisreich@hlms.de und im Internet www.hlms.de

Herzogtum Lauenburg Marketing & Service GmbH
Carina Jahnke

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Berlin | Kampagne zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung in Patenkind-Programmen deutscher Entwicklungshilfeorganisationen

von fotopresse-nord

Kampagne zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung in Patenkind-Programmen deutscher Entwicklungshilfeorganisationen

Datum: Donnerstag, 17. September 2009
Uhrzeit: 11:00 – 13:00 Uhr
Ort: Presse- und Informationszentrum der Bundesregierung
Raum 4, Eingang Reichstagsufer 14, 10117 Berlin

„Unbekanntes Mädchen“
Fotograf: Willi Schewski

Das „Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung“ berichtet über die gegen-wärtige Praxis in der Entwicklungszusammenarbeit, die ritualisierte Gewalt der genitalen Ver-stümmelung von Mädchen zu dulden.

Es wurde recherchiert, dass Hunderttausende Mädchen in Patenkind-Programmen deutscher Hilfsorganisationen dieser frauenverachtenden Praktik ausgeliefert werden – dabei wäre ein Schutz für die Kinder sehr leicht sicherzustellen!

Neben Sister Fa, der bekanntesten Rap-Musikerin Senegals, wird Lucy Semiyan Mashua, die aus Kenia/Maasai stammt, für die Pressekonferenz aus Dallas anreisen. Beide kennen das Problem der Genitalverstümmelung nur zu gut aus ihren Heimatländern.

Sie werden gemeinsam mit den anderen Podiumsgästen darüber sprechen, warum es un-abdingbar ist, den Schutz für Mädchen vor Genitalverstümmelung in Hilfsprojekten zu sichern.

Als GesprächspartnerInnen stehen Ihnen am 17. September zur Verfügung:
– Lucy Semiyan Mashua, Menschenrechtsaktivistin aus Kenia/ Maasai und Gründerin der Initiative „Mashua’s voice for the voiceless“, Dallas/USA
– Ines Laufer, Menschenrechtlerin und Initiatorin der TaskForce für effektive Prä-vention von Genitalverstümmelung, Hamburg
– Simone Schwarz, Vorstandsmitglied der Frauen- und Kinderrechtsorganisation TABU e.V. und ehemalige Patin eines afrikanischen Patenmädchens bei Plan International, Leipzig
– Martin Umbach, Schauspieler, Autor, Sprecher und Initiator der Lesereihe „Erhörte Wünsche“, München

– Sister Fa, Künstlerin, bekannteste Rap-Musikerin Senegals, engagiert sich für ein
Ende der Genitalverstümmelungen in ihrem Heimatland Senegal, Berlin

Moderation: Thomas von der Osten-Sacken, Journalist und Menschenrechtsaktivist, WADI e.V., Frankfurt

Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung

Start einer Kampagne zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung in Patenkind-Programmen deutscher Entwicklungshilfeorganisationen

Am 24.09.2009 läuft der Film „Wüstenblume“ in den deutschen Kinos an. Mit dem gleich-namigen Buch bewegte Waris Dirie 1998 Millionen Menschen und engagiert sich seither gegen Genitalverstümmelung – eine Gewalt, der jährlich immer noch mehr als drei Millionen Mädchen unterworfen werden. Zehn Jahre später stellte Waris Dirie in einem Interview mit Al-Jazeera enttäuscht fest: „The world is not taking it serious. But it is a serious problem“.

http://www.wuestenblume-film.de/

In der Tat ist dieses Thema so ernst und gravierend, dass sich die Frage aufdrängt, wie lange die Weltöffentlichkeit dieses Problem noch als „Randthema“ vernachlässigen will – nicht nur in Bezug auf das individuelle Leid der Opfer, sondern auch im Hinblick auf die Entwicklungsfähig-keit der jeweiligen Gesellschaften.

Diese Frage müssen sich zunehmend Entwicklungshilfeorganisationen stellen lassen, die durch materielle und personelle Leistungen direkten Einfluss nehmen, auch in Ländern, in denen Ge-nitalverstümmelungen verübt werden.

Vor allem jene Organisationen, die nach einem Patenkind-Prinzip arbeiten (d.h., mithilfe von Namen, Gesichtern und Geschichten von Kindern Spenden akquirieren) haben nicht nur be-sondere Möglichkeiten der Einflussnahme, sondern eine ganz besondere Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber diesen Kindern:

Es ist ihre Aufgabe und Pflicht, den Schutz der Kinder vor vermeidbarer Gewalt aktiv ein-zufordern, sicherzustellen und zu überprüfen: In den entsprechenden Regionen auch den Schutz der Patenmädchen vor Genitalverstümmelung.

Berufen können sie sich dabei z.B. auf die UN-Kinderrechtskonvention (1989), die von den Regierungen aller relevanten Projektländer signiert und ratifiziert wurde.

Die Realität aber sieht ernüchternd aus: Recherchen und Berechnungen zufolge werden bis zu 400.000 Patenmädchen in 18 Ländern schutzlos der Genitalverstümmelung ausgeliefert. Die Organisationen dulden diese schwere Kinderrechtsverletzung an den Patenmädchen und unterlassen es, den Verzicht auf diese Gewalt aktiv zu vereinbaren und in ihren Förderkriterien zu verankern.

Diesen fatalen Zustand zu ändern ist das Ziel unserer Kampagne. Diese Kampagne wird nicht nur den „Finger in die Wunde“ legen und die Verstümmelung von Patenmädchen ent-tabuisieren und kritisieren, sie wird vor allem eine nachhaltige Lösung aufzeigen:

Eine Lösung, die einfach umzusetzen ist, keine zusätzlichen Investitionen erfordert und dennoch nachhaltigen und messbaren Schutz sämtlicher Patenmädchen ermöglicht.

Diese Lösung den jeweiligen Organisationen „schmackhaft zu machen“, sind SpenderInnen, zukünftige SpenderInnen und auch Nicht-SpenderInnen gefordert, jedoch ohne einen Cent investieren zu müssen: nur durch Interaktion mit den jeweiligen Organisationen.

Darum bietet diese außergewöhnliche Kampagne, die völlig unkommerziell ist und auf Spendenaufrufe verzichtet, interaktive Möglichkeiten auf der Kampagnen-Website www.patenmaedchen.de. (geht am 17.09.09 online)

Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung
Eine Initiative von:
Akifra e.V., Giordano Bruno Stiftung, Lobby für Menschenrechte e.V., Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft, TABU e.V., TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung, WADI e.V.

Quelle: verein-tabu.de

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Streamst Du schon oder bloggst Du noch? Sind Blogs überholt?

Streamst Du schon oder bloggst Du noch?von Hannelore am 14. August 2009 · 1 Kommentar

in Gesellschaft im Wandel, Web 2.0

Web of Flow, powered by YouAls ich diesen Titel eines Posts von Mario Grobholz in meinem Twitter-Stream las, dachte ich: Genau deshalb blogge ich zur Zeit nicht, weil ich das für mich richtige Streaming-Tool noch nicht gefunden habe.

Streaming

Was ist “Streaming”? Auch Flow für engl. “das Fließen, der (Daten)Fluss”.

Man versteht darunter den Datenfluss im Internet, den der User sofort und ich Echtzeit erhält. Email gehört nicht dazu, denn die erhält die Empfängerin erst, wenn sie ihre Mailbox öffnet, das kann 1 Minute oder 3 Tage später sein.

Ein Blog gehört auch nicht dazu, weil du den Text nicht lesen kannst, während ich ihn schreibe, sondern erst nachdem ich ihn veröffentlicht habe und du ihn dann später hier oder im RSS-Reader aufrufst, und er nicht in deinem ‘Stream’ erscheint, sondern höchstens ein Hinweis darauf. Das gleiche gilt für Kommentare. Viele kommen gar nicht zurück, um eventuelle Kommentare zu lesen.

Die enge Verbindung zwischen Blog-Beiträgen und den dazugehörigen Kommentaren mag zuerst als positives Zusammenspiel erscheinen, ist aber sehr begrenzt und geschlossen.  Um einen interessanten Kommentar-Thread zu verfolgen, müssen die Leute zum Beitrag gehen, den Kommentar-Link öffnen und runter scrollen, bis sie das Gesuchte finden. Zu aufwändig, dieses “umher wandern im Netz von Seiten”. Es ist wie ein Ausflug in die Bücherei.

Was du brauchst und willst, kommt zu dir

Twitter und ähnliche Anwendungen (Friendfeed, Facebook) dagegen basieren auf dem “Web im Fluss”: Informationen aller Art fließen zu uns, nicht anders herum. Und dieser Fluss wird durch Menschen angestoßen, kommt durch Beziehungen zustande, und besteht nicht aus einem Haufen von Klicks, Scrollen und dergleichen. Es ist eine Bewegung weg vom “Jagen und Sammeln” zu einer Beziehungs-Kultur.

Unsere Flow-Anwendung, unser Life-Stream, ist das Sammelbecken für erwünschte Information, anstatt dass wir ihr mit großem Zeitaufwand hinterher eilen müssen.

Sind Blogs überholt?

Tendenziell verlagert sich Kommunikation, also auch Blog-Kommentare, mehr und mehr in die Streams von Twitter und Facebook, wo in lockerem Gesprächsstil Austausch viel einfacher, zeitnaher und schneller geht.

Werden dadurch Blogs unattraktiv, weil sie zwar den Artikel und die Information bieten, aber künftig immer weniger Kommentare und Diskussionen enthalten?

Was wird dann aus den Blogs, wenn die Konversation darüber woanders stattfindet?

Sie werden der Ort sein, wo wir unsere Beiträge archivieren, wo die Leute sie finden können, wenn sie sie brauchen. Das ist notwendig.

Nach diesem Prinzip verfahre ich seit Jahren mit meinen Websites und diesem Blog. Nur im Blog publiziere ich noch; um vertiefende Informationen anzubieten, verweise ich auf Website-Artikel, von denen ich in der Vergangenheit reichlich geschrieben habe.

Beim Bloggen bleibt das austauschende Gespräch mit Gleichgesinnten auf der Strecke. Das Fließen von Gedanken hin und her fehlt.

Beim Entwerfen moderner Blog-Software hatten die Entwickler nicht “Flow” im Sinn: Diese Software basiert noch auf Web 1.0-Prinzipien. Und obwohl sie dabei geholfen hat, eine Revolution in Sachen ‘Sozialfähigkeit’ zu erzeugen, unterstützt sie dies selbst nicht besonders gut.

Wie finden wir, was wir suchen?

Ich gelange zu Blog-Posts zunehmend über Erwähnungen in Form von ‘Gesprächsstückchen’ auf Twitter (viele Leute nutzen dazu auch Facebook oder Friendfeed.) Dazu muss ich nicht mal den Browser öffnen und eine Website ansteuern. Nachdem ich den PC angeschaltet habe, erscheint am Rand des Monitors ein ca. 12 cm breiter Streifen (die Software “Twhirl”), wo zwei- bis dreizeilige Sätze mit einem Link aufgelistet sind. Sie machen mich aufmerksam auf Dinge, die mich interessieren.

Da steht zum Beispiel:

Ende der E-Mail? http://post.ly/2E23

dann kommt die nächste Zeile:

8 Valuable Lessons Newspapers Must Learn From Bloggers to Survive http://is.gd/2fZZW

Manchmal überfliege ich die Liste, also meinen ‘Stream’; manchmal öffne ich gleich ein Windows-Fenster, das ihn überdeckt und ich beachte ihn gar nicht. (Ich gehe auch nicht immer ans Telefon, nur weil es gerade klingelt.)

Wenn mich eine Nachricht interessiert und ich mir Zeit dafür nehmen will, klicke ich auf einen Link in dem abwärts strömenden Fluss (es fließen von oben ständig neue Infos rein), schaue mir den ganzen Artikel an, und biete meine Sichtweise im Flow/Stream an, also auf Twitter oder Friendfeed, und nicht auf dem Blog. Danach kehre ich zurück zu meinem Info-Fluss (flow), wo ich mich die meiste Zeit aufhalte.

Das macht Sinn: Denn ich will über den Blog-Post mit der Person reden, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, und nicht mit einer fremden Gruppe auf dem Blog, oder sogar mit dem Autor, den ich wahrscheinlich überhaupt nicht kenne.

Stowe Boyd (er prägte den Begriff  ’social tools’ bereits 1999) empfiehlt “Web of Flow” ein paar mal hintereinander zu sagen:

So say “Web of Flow” a few times. Get used to it. Tell all your friends. It may wind up being called the Real Time Web, but you’ll know what is really going on if someone asks you.

 

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Ein Kommentar

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