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Pakistan | Ärzte ohne Grenzen: Unabhängige Hilfe für Vertriebene unabdingbar

17.07.2009 In einer Pressemitteilung weist die deutsche Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ auf die anhaltend dramatische Situation im Sudan und Pakistan hin und verlangt weiterhin Unterstützung und große Aufmerksamkeit.

Frank Dörner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen: „Der Konflikt zwischen den pakistanischen Taliban-Gruppen und der Regierung in der nordwestlichen Grenzprovinz des Landes ist in den vergangenen Monaten eskaliert. „Das Ausmaß der Krise in Pakistan ist erschreckend“.

Die Lage der nahezu zwei Millionen Vertriebenen, von denen etwa 1,7 Millionen Menschen weit verstreut bei Gastfamilien, in Schulen und öffentlichen Einrichtungen untergekommen sind, ist besorgniserregend.

Weiter sagt Dörner: „Die brisante Sicherheitslage erlaubt es unseren Mitarbeitern nicht, sich frei zu bewegen und damit alle Menschen zu erreichen.“

Dennoch leistet Ärzte ohne Grenzen in der nordwestlichen Grenzprovinz Pakistans in sechs Distrikten nicht nur Basisgesundheitsversorgung, sondern verteilt auch Zelte, Kochutensilien und Hygieneboxen, schafft Zugang zu sauberem Wasser und baut Latrinen.

Völlige Unabhängigkeit von jeglichen politischen Interessen ist für die humanitäre Arbeit unabdingbar. Aus diesem Grund finanziert Ärzte ohne Grenzen die Projekte in Ländern wie Pakistan ausschließlich mit privaten Spenden. Mehr als 80 Prozent der Einnahmen im Jahr 2008 stammen von privaten Spendern.

Quelle: Ärzte ohne Grenzen

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Südafrika | Situation simbabwischer Flüchtlinge noch immer katastrophal

Pressemitteilung von Ärzte ohne Grenzen

Südafrika: Situation simbabwischer Flüchtlinge noch immer katastrophal

Johannesburg/Brüssel/Berlin, 2. Juni 2009. Ärzte ohne Grenzen veröffentlicht heute den Bericht „Kein Asyl, keine Beachtung: Medizinische und humanitäre Bedürfnisse von Simbabwern in Südafrika“. Die Organisation warnt, dass das Leben Tausender Simbabwischer Flüchtlinge in Südafrika von Gewalt, sexuellem Missbrauch, erschreckenden Lebensbedingungen und mangelndem Zugang zu medizinischer Hilfe bestimmt wird. Ärzte ohne Grenzen fordert von der südafrikanischen Regierung und den Vereinten Nationen (UN), umgehend auf die humanitären Bedürfnisse der schutzlosen Simbabwer einzugehen.

„Obwohl behauptet wird, dass sich die Lage in Simbabwe normalisiert, überqueren Tausende Simbabwer jeden Tag die Grenze zu Südafrika. Sie fliehen vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, der Nahrungsmittelknappheit, den politischen Wirren und dem totalen Zusammenbruch des Gesundheitssystems“, sagte Rachel Cohen, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Südafrika.

„Wir sehen in dem Grenzort Musina, im Norden Südafrikas und in der Hauptstadt Johannesburg jeden Monat Tausende kranke und verletzte Simbabwer“, sagte Eric Goemaere, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Südafrika. „Viele von denjenigen, die zu uns kommen, haben chronische Krankheiten wie HIV/Aids und Tuberkulose. Beim Überqueren der Grenze aber auch in Südafrika werden sie Opfer von sexuellen Belästigungen die zu schweren Verletzungen führen. Im letzten Jahr hat sich die Zahl der Behandlungen in der Klinik in Johannesburg verdreifacht – ein deutliches Zeichen dafür dass den Flüchtlingen der Zugang zur Gesundheitsversorgung noch immer verwehrt wird.“

Die südafrikanische Verfassung garantiert allen Menschen, die in Südafrika leben, Zugang zur Gesundheitsversorgung und anderen notwendigen Leistungen – das gilt auch für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten, unabhängig von ihrem rechtlichen Status.

„Die Teams von Ärzte ohne Grenzen erleben jeden Tag wie die südafrikanische Regierung aber auch die UN versagen, wenn es darum geht, auf die grundlegenden medizinischen und humanitären Bedürfnisse der schutzlosen Simbabwer zu reagieren“, erklärte Rachel Cohen. „Die Ankündigung des südafrikanischen Innenministeriums, dass es ein neues System geben wird, dass den legalen Status der Simbabwer in Südafrika regelt und Ausweisungen stoppt, ist eine begrüßenswerte Abkehr zu der bisherigen Vorgehensweise. Allerdings müssen die neuen Regeln erst einmal zeigen, dass sich die Lebensbedingungen der Simbabwer sichtbar bessern.“

Ärzte ohne Grenzen hat in Südafrika seit 1999 HIV/Aids- und Tuberkuloseprogramme und leistet darüber hinaus seit 2007 medizinische und humanitäre Hilfe für simbabwische Flüchtlinge. Die Mitarbeiter behandeln jeden Monat zwischen 4.000 und 5.000 Simbabwer in dem Grenzort Musina und in einer Klinik in Johannesburg. Ärzte ohne Grenzen hat ebenfalls Projekte in Simbabwe, in denen mehr als 25.000 HIV/Aids Patienten antiretrovirale Medikamente bekommen. Außerdem hat die Organisation während der Choleraepidemie mehr als 50.000 Cholerapatienten behandelt.

Quelle: Claudia Evers, www.aerzte-ohne-grenzen.de

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