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Der Fall Polanski | Monika Gerstendörfer: „Opferfeindliche Berichterstattung“

 von fotopresse-nord

 In einer Mitteilung der Lobby für Menschenrechte spricht Monika Gerstendörfer zum Fall Polanski von einer „unsägliche, opferfeindlichen Berichterstattung“.

Quelle: www.fotopresse-nord.de

Monika Gerstendörfer berichtet von „zwei kurzen Interviews mit der Gewaltüberlebenden“. Aus diesen soll hervorgegangen sein, dass die Mutter von Samantha Gailey sie als 13jähriges Kind zu Polanski wg. Fotoaufnahmen gebracht haben soll. Monika Gerstendörfer: „Sie ließ das Kind dort; also allein!“

Gerstendörfer: „Allein das ist völlig verantwortungslos und ein Vertrauensmissbrauch, der unverzeihlich ist. Polanski hat sie dann mit Alkohol und Medikamenten abgefüllt, danach begann er mit der Betatscherei. Sie habe gesagt, er solle aufhören, doch er ignorierte das.“

Samantha Gailey hätte dem Interviewer gesagt, dass sie so viel Angst vor P. hatte, dass sie wie gelähmt war und nur noch daran dachte, diese Nacht zu überleben.

Monika Gerstendörfer: „das spricht Bände!“

Dieses Kind hätte ein mehrfaches Trauma erleben müssen, sagt Frau Gestendörfer. „Es tat mir in der Seele weh, diese Worte von ihr zu hören.“

Gestendörfer: „Und trotzdem stellen sich weiter Promis vor die Kamera – wie gestern der Schauspieler Claude Oliver Rudolph – und tun so, als sei der ´ganze Quatsch´ doch bitte endlich zu beenden; und zwar im Sinne des armen Polanski, der in seinem Leben schon so viel durchgemacht habe.

Es ist wahr, dass es Grausames erleben musste. Aber dann müsste gerade er wissen, wie entsetzlich sich gewalttätige Übermacht anfühlt und welche verheerenden Auswirkungen sie hat, fügt Gestendörfer hinzu.“

Der Fall Polanski würde Gestendörfer an die Zeit erinnern, wo sie den „Fall A. Türck vs. Katharina B.“ akribisch dokumentiert hätte und auch in ihrem Sachbuch beschrieb. Die Muster der Berichterstattung liefen immer gleich ab!

Gestendörfer: „Niemals zum Wohle der Opfer oder gar der gesellschaftlichen Aufklärung.“

Perfide wären, wie die Menschenrechtlerin schreibt, die Hinweise auf das Geld, die sog. Entschädigungszahlung durch Polanski.

„Entschädigung? Wofür? Sollen jetzt potenzielle Opfer darauf hoffen dass sie von einem reichen Promi sexualisiert misshandelt werden, damit sie `entschädigt` werden? Ja, das klingt zynisch, ich weiß. Und es ist zynisch!“, schreibt Gerstendörfer.

Ähnliches würde auch für Hinweise der Medien gelten, Polanski hätte (auch…) mit der damals 16jährigen Kinski ein Liebesverhältnis gehabt.

Gestendörfer: „Liebesverhältnis! Motto: Ist alles ganz normal mit diesen „Lolitas“. Hier wird durch den Hinweis auf die Kinski-Tochter das Verbrechen an der 13Jährigen sexualisiert und damit bagatellisiert. Ist das ekelhaft!“

Die Tatsache, dass durch eine solche Berichterstattung zahlreiche Gewaltüberlebende retraumatisiert werden würde, würde völlig ausgeblendet werden.

Die US-Schauspielerin Whoopi Goldberg hätte Frau Gestendürfer ein neues Unwort für ihre Liste beschert:

„Sie sagte, es sei keine `Vergewaltigung-Vergewaltigung´ gewesen; also keine `richtige´.

„Weitere unsägliche Berichte“ (im Sinne von Frau Gestendörfer):

ZDF-ASPEKTE: „Opfer und Täter bitten um Ruhe“:
http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7905719,00.html?dr=1

Roman Polanski: Nur ein bisschen vergewaltigt …

(…) Nur wenige Stunden nach der Festnahme des Regisseurs in Zürich hatte die Schauspielerin Whoopi Goldberg in der amerikanischen Morgen-Schnatter-Show „The View“ ihrem Publikum erklärt, Polanskis damals 13-jähriges Opfer sei gar nicht vergewaltigt worden: „Ich weiß, es war keine Vergewaltigung-Vergewaltigung“, sagte sie. „Es war etwas anderes, aber keine richtige Vergewaltigung.“
(…)
Hollywoods Filmschaffende – sowie Künstler und Künstlerähnliche aller Länder – haben sich in aufgeregten Petitionen auf Polanskis Seite geschlagen.In „Free Willy“-Manier prangen „Free Polanski“-Sticker an Star-Revers.

Ganzer Artikel (lesenswert!) hier:
http://www.stern.de/lifestyle/leute/roman-polanski-nur-ein-bisschen-vergewaltigt–1512094.html

+
SZ:
Auch hier wieder typisch: der Täter wird zum Opfer gemacht (antisemitische Ausfälle gegen ihn werden ins Feld geführt. Was kann sein Opfer dafür? Hier werden also zwei „Baustellen“ perfide vermischt) und natürlich die Tat bagatellisiert (die Rede ist von Verführung! In Wahrheit hat der Kerl das Kind erst mit Medikamenten und Alkohol geschädigt, um es dann zu vergewaltigen)
Hier mehr:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/73/489460/text/

+
„Wir müssen ihn beschützen“:

Der populäre linke Ex-Kulturminister Jack Lang erklärt sich im Fernsehen dagegen „empört“ über das Vorgehen der Justiz. Polanski habe sich für seine 32 Jahre zurückliegende Tat entschuldigt und das Opfer habe seine Anzeige zurückgezogen. „Roman Polanski darf nicht in die USA zurückkehren. Wir müssen ihn beschützen. Er wird in Europa bleiben, wenn jeder von uns kämpft, um ihn zu verteidigen.“
Quelle:
http://portal.1und1.de/de/themen/unterhaltung/klatsch-tratsch/9026356-Auch-Beifall-fuer-Roman-Polanskis-Festnahme.html

http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/

BuchTIPP – Ohne Respekt und Würde: sexualisierte Gewalt in Krieg und Frieden, im Internet und in der Familie – ihre mediale Darstellung und die Realität für die Opfer

Gerstendörfer, M., 2007, Der verlorene Kampf um die Wörter – Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt. Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung, Junfermann Verlag, Paderborn. ISBN 3-87387-641-8. – weitere Infos

www.gerstendoerfer.de

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E-Petition: „Traumaaufruf“ Forderung nach besserer medizinischer Behandlung von Trauma-Betroffenen nach sexuellem Missbrauch

Pressemitteilung Berlin, 01.10.2009

E-Petition Traumaaufruf
A better help for Trauma
von Christina Rößler

Christina Rößler

Foto: (c) Christina Rößler

In einer E-Petition „Traumaaufruf“ fordert Christina Rößler eine bessere medizinische Behandlung von Trauma-Betroffenen nach sexuellem Missbrauch. Insbesondere wären die Einführung von speziellen Patienten-Modulen im gesamten Gesundheitssystem wie bei Ärzten, Psychologen, Psychiatern, Gutachtern, Krankenkassen, Rententrägern und Versorgungsämtern von Wichtigkeit.

Aus eigener Betroffenheit hat Christina Rößler diese Aktion gestartet und aus jahrelanger Unkenntnis ihrer Ursache mit unerklärlichen gesundheitlichen Beschwerden, den sexuellen Missbrauch, das Schweigen gebrochen. Auch über unsachgemäße Behandlungen würden viele Betroffene über Jahre schweigen, denn ebenso Mediziner könnten Betroffene auf unterschiedlichen Ebenen, wie auf emotionaler, geistiger oder körperlicher Ebene, was ebenso noch immer ein Tabuthema darstellen würde, missbrauchen.

Aus diesem Grund bräuchte es spezielle Richtlinien in Behandlungen, die in diesem Bereich jedoch sehr oft nicht vorhanden seien.

Christina Rößlers Forderungen wären spezielle Patientenmodule für Missbrauchs-Betroffene im gesamten Gesundheitssystem, wie schriftliche Rahmenbelege über die medizinische Aufklärung der Patienten vor jeder Behandlung, die es nicht verpflichtend überall gibt, sowie einen Patientenrechtsvertrag, den es bislang nur mündlich gibt.

Des weiteren fordert Frau Rößler die Kostenübernahme für eine spezielle Trauma-Therapie, die in ambulanten aber auch stationären Behandlungen oft noch nicht gezahlt würde.

Für ihren Aufruf benötigt Frau Rößler noch zahlreiche Unterschriften, die direkt online unter dieser Internetadresse abgegeben werden können: http://www.traumaaufruf.de/petit.html

Christina Rößlers E-Petition wird bereits von Prominenz unterstützt, wie dem Duo Honeymoon in Berlin und Norbert Denef, der sich für die Abschaffung der Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch einsetzt.

Weitere Informationen unter http://www.traumaaufruf.de/ sowie http://pressebuero-nord.blog.de/ und http://opferlobby.blog.de/

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L’Affaire Polanski | Gegen den Regisseur formiert sich Widerstand

 Stern-Online:

Die Regierungen von Frankreich und Polen setzen sich auf offizieller Ebene zwar für die Freilassung des in der Schweiz festgenommenen Roman Polanski ein – in den Ländern formiert sich gegen diese Haltung jedoch Widerstand.

Immer mehr Menschen fordern, dem Regisseur keine privilegierte Behandlung zukommen zu lassen. Von Carsten Heidböhmer weiter

Der Fall Roman Polanski: Nur ein bisschen vergewaltigt …

Aufforderung zum Mitmachen: E-Petition „Traumaaufruf“

Der „Fall Roman Polanski“: Das Vernehmungsprotokoll des Opfers

Kommentar zum Fall Star-Regisseurs Roman Polanski

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Klaps auf den Popo: Schläge machen Kinder dumm

Schläge machen Kinder dumm

(miwa) – Eine amerikanische Studie beweist nun, wie schlimm ein Klaps auf den Popo tatsächlich ist: Kinder, die regelmäßig geschlagen werden, sind nachgewiesen dümmer als Gleichaltrige.

Foto Willi Schewski - Pressebüro Nord

Schläge hinterlassen sichtbare Spuren!
Fotograf: Willi Schewski

Wissenschaftler der Universität New Hamphire (USA) untersuchten und beobachteten vier Jahre lang 1.500 Kinder und deren Eltern.

Das erschreckende Ergebnis: In der Gruppe der Zwei- bis Vierjährigen hatten alle Kinder, die regelmäßig einen leichten Schlag auf den Po bekamen, einen um fünf Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten.
Und auch in der Gruppe der Fünf- bis Neunjährigen waren diejenigen Kinder um 2,8 Punkte dümmer, die von ihren Eltern geschlagen wurden.

Der Leiter der Studie, Professor Murray Straus, sagte zu „Bild“: „Nicht nur, dass Eltern ihre Kinder schlagen, sondern auch wie oft, hat einen Einfluss auf die Intelligenz des Kindes. Je öfter der Klaps auf den Po, desto langsamer ist die geistige Entwicklung des Kindes.“

Quelle:
http://portal.1und1.de/de/themen/gesundheit/kind/9012902-Auch-ein-Klaps-auf-den-Po-schadet-dem-Kind.html

Weitere Infos zum Thema:

Flugblatt und Bilder von Alice Miller
Klapse für Säuglinge
Einige Gedanken über die Folgen
Warum sind die angeblich harmlosen Klapse schädlich?

1.Sie bringen dem Kind Gewalt bei.
2.Sie zerstören beim Säugling und Kleinkind die unersetzbare Sicherheit, geliebt zu sein.
3.Sie erzeugen Ängste: Die Erwartung der nächsten Strafe.
4.Sie erhalten eine Lüge aufrecht, indem sie angeben, erzieherisch zu wirken, doch im Grunde strafen die Eltern nur, weil sie als Kinder selbst geschlagen wurden.
5.Sie provozieren Ärger und den Wunsch nach Rache, der zunächst unterdrückt wird, um viel später seinen destruktiven Ausdruck zu finden.
6.Sie programmieren das Kind, unlogische Argumente zu akzeptieren (wenn ich dir weh tue, geschieht es zu deinem Besten) und den Schmerz der Demütigung als nicht schmerzhaft zu registrieren.
7.Sie zerstören die Sensibilität und das Mitgefühl für andere und für sich selbst, und so entgeht ihnen die Möglichkeit, innerlich zu wachsen.

Welche Botschaften werden dem Kind durch Schläge vermittelt?

1.Daß ein Kind keinen Respekt vediene.
2.Daß das Quälen einen guten Sinn haben könne (was grundsätzlich falsch ist, denn die erfahrene Qual lehrt das Kind andere zu quälen).
3.Daß der eigene Schmerz nicht gefühlt werden dürfe (er muß ignoriert werden, was gefährlich für das Immunsystem ist).
4.Daß Gewalttätigkeit mit Liebe vereinbar sei (die Wurzel von Perversion).
5.Daß das Verleugnen von Gefühlen gesund sei (der Körper bezahlt den Preis für diesen Fehler oftmals viel später).

Wie wird unterdrückter Ärger üblicherweise ausgelebt?

In der Kindheit und Adoleszenz:
1.Durch Verspotten von Schwächeren.
2.Durch Angriffe auf Klassenkameraden.
3.Durch das Schikanieren von Lehrern.
4.Durch die Identifizierung mit gewalttätigen Helden im Fernsehen und in Videospielen (Kinder, die niemals geschlagen wurden, werden als Erwachsene keine gewalttätigen Filme produzieren).
Im Erwachsenenalter:
1.Durch das Weitergeben von Prügeln an die nächste Generation, das fälschlicherweise als effektives erzieherisches Mittel dringend empfohlen wird.
2.Durch die Weigerung, den Zusammenhang zwischen der früher erfahrenen Gewalt und der heutigen aktiv wiederholten Gewalt zu verstehen. Die Ignoranz der Gesellschaft trägt mit dazu bei.
3.Durch legale destruktive Aktivitäten.
4.Durch die Bereitschaft, jeder Autorität wie z.B. Hitler, Stalin, Mao und anderen, kritiklos und eifrig zu folgen, die an den Erziehungsstil der eigenen Eltern erinnert und Sündenböcke für die aufgestauten Emotionen anbietet.

Manche Eltern werden sich der Unterdrückung und der universellen Verleugnung des Kindheitsleidens bewusst. Sie realisieren, dass Gewalt von Eltern auf Kinder übertragen wird und möchten ihre Kinder nicht mehr schlagen. Viele haben damit Erfolg, sobald sie verstanden haben, dass die Gründe der „erzieherischen Gewalt in ihrer eigenen Geschichte verborgen blieben.

www.alice-miller.com
© 2008 Alice Miller

Links / Videos:

Lobby für Menschenrechte e.V
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/

http://www.alice-miller.com/index_de.php
http://www.youtube.com/watch?v=cTcxb7zuV_0&feature=channel_page
http://www.youtube.com/watch?v=U420W5JLj9g&feature=channel_page
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperstrafe
http://www.liga-kind.de/fruehe/201_peschel1.php
http://www.traumaaufruf.de/

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Trauma sexualisierte Gewalt | Angehen gegen diese «ewige innere Traurigkeit»

 Angehen gegen diese «ewige innere Traurigkeit»

FEUCHT – «Die Zeit heilt keine Wunden, aber sie lehrt mich, damit zu leben», steht auf dem Flyer der Selbsthilfegruppe «Sege – Trauma sexualisierte Gewalt». Ähnlich lautten die Devisen, die zwei andere Broschüren zieren, die ebenfalls informieren über Gesprächsgruppen für erwachsene Frauen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Solche Selbsthilfegruppen in Bayern zu vernetzen, haben sich nun die Leiterinnen dreier Kreise aus der Region zur Aufgabe gemacht, denn «nur wenn wir viele sind, werden wir wahr- und ernstgenommen», wissen die drei Frauen mittleren Alters.

Quelle: Fotopresse Nord – Willi Schewski

Sie verbindet ein Trauma, das auf Ereignisse zurückgeht, die in der Öffentlichkeit noch weitgehend tabu sind. Alle wurden in ihrer Kindheit vom Vater bzw. Stiefvater missbraucht, alle haben einen langen Leidensweg hinter sich, alle haben viele Jahre gebraucht, sich das einzugestehen, sich Hilfen zu holen und nun auch Hilfen für andere in ähnlicher Situation anzubieten. Damit sie ihre Ziele erfolgreicher durchsetzen können, haben sie nun auf zunächst kleiner Ebene einen «Arbeitskreis sexualisierte Gewalt» gegründet, in dem sie ihre Erfahrungen austauschen wollen und von dem sie sich einen besseren Stand in der Öffentlichkeit erhoffen.

Die Selbsthilfegruppen, die sie zunächst unabhängig voneinander ins Leben riefen, wollen betroffene Frauen unterstützen. Dass alle drei selbst zu diesem Personenkreis zählen, erklärt sich aus dem Begriff Selbsthilfegruppe. Und dass diese Art der Misshandlung eine Erfahrung ist, die man irgendwann verarbeitet hat, wenn sie nur weit genug zurückliegt, ist ein verbreiteter Irrtum, den sie korrigieren möchten. «Wenn man diese Ereignisse überlebt, dann muss man ein Leben lang mit ihnen leben», wissen Renate, Petra und Rosemarie, die Gruppen in Roth, Feucht und Nürnberg leiten. Und dieses Weiterleben soll den Betroffenen so weit wie möglich erträglich gemacht werden.

Dies ist das eine Ziel ihrer Selbsthilfearbeit, das andere ist Aufklärung. Beides lässt sich gemeinsam eher erreichen. Gleichzeitig soll aber auch die Anonymität gewahrt werden, denn nur so gelingt es den Betroffenen, irgendwann aus ihrer Isolation zu treten. Eine Vernetzung der Gruppen führt zu mehr Aufmerksamkeit, mit der sich wiederum ihre Absichten leichter durchsetzen lassen. weiter

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Wer Gewalt säht: Unverarbeitet erlebte verbale Gewalt in der Kindheit kann lebenslange Folgen haben

Quelle: Willi Schewski - Fotopresse Nord

Quelle: Willi Schewski - Fotopresse Nord

Die Folgen verbal erlebter Gewalt in der Kindheit sind nicht selten verhehrend und können – solange sie nicht aufdeckend therapiert werden – lebenslang fortdauern. Die in den USA lebende und deutschstämmige Autorin Sieglinde Alexander beschäftigt sich auf ihrer Webseite EMaK ( http://www.emak.org/ ) über die Folgen von Misshandlungen in der Kindheit und bietet Erwachsenen Informationen. Sie stützt sich dabei auf Eigenerfahrungen sowie Fachbeiträge von Experten und Meldungen in den Medien. In ihrerm neuesten Artikel geht Frau Alexander auf die Folgen von erlebter verbaler Gewalt in der Kidheit ein. Sie schreibt:

„Verbal misshandelte Kinder werden oft zu wütenden, aggressiven und überkritischen Erwachsenen und zeigen asoziales Verhalten und Dissoziation. Verbal aggressiven Menschen mit cholerischen Tendenzen begegnen wir in allen Lebensbereichen, die wir intuitiv, aus einem Gefühl von eigener Erfahrung von Gewalt heraus, vermeiden.

Die ständige Anwesenheit von verbaler Gewalt in der Kindheit verhinderte, dass das Kind im kritischen Entwicklungsalter eine eigene Identität entwickeln konnte. Als Erwachsener verwendet er/sie zwangsläufig das in der Kindheit erlernte Muster als Lebensleitfaden.

Die Folgen verbaler Gewalt im Kindesalter zeigen sich sehr früh im Jugendstrafvollzug, in Psychiatrien, Drogenkliniken, Anlaufstellen gegen häusliche Gewalt, auf Schulhöfen und auf der Straße, in Leichenschauhäusern und anderswo.
Andere wiederum werden zu überangepassten Menschen, die es immer nur anderen recht machen wollen, in eine emotionale Abhängigkeit geraten und jede Kritik vermeiden.

lesen Sie bitte hier weiter

Links zum Thema:
Wenn Therapeuten versagen | Brief einer empörten Patientin
Leid der Heimkinder | Skulpturen gegen das Vergessen: Eckhardt Kowalke initiiert Ausstellung | Bundesweite Wanderausstellung geplant

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Experten Buch-Tipp | Franziska Kelly: „Als sei nichts gewesen…“ – Der neue Krimi der Menschenrechtskämpferin und Autorin Monika Gerstendörfer

Quelle: Romantruhe, Kerpen

Quelle: Romantruhe, Kerpen

Unter dem Namen Franziska Kelly, beschreitet die Metzingerin Monika Gerstendörfer, die 2005 mit den „1000 Women for Peace“ für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, als Krimiautorin, Menschenrechtlerin und Psychologin neue Wege, um auf die Themen Gewalt und Verbrechen gegen Frauen und Kinder aufmerksam zu machen und Sprechtabus aufzubrechen.

Interessanter Artikel: Monika Gerstendörfer vs. „Bushido“ Biografie-Verfilmung

Web: www.gerstendoerfer.de
Web: www.gluehwurm-online.de

Die Anfrage nach Lesungen explodiert inzwischen regelrecht: Stendal, Bad Kissingen, Hildesheim, Kehlheim, Augsburg, Jena, Erfurt, Hamburg, Bonn – also quer durch die Republik.

Die Benefizlesung am 25. Juni 2009 für das Frauenhaus Reutlingen – zusammen mit dem Boxer und Philosophen Max Herfert – war sehr erfolgreich, wie zahlreiche Mails und Anrufe auch noch im Nachhinein bestätigten. Sekt, Kir Royal und Pistolenkekse inklusive!

Jetzt erscheint nach MILLION DOLLAR MAMA (eine Anthologie zum Boxen, herausgegeben mit Max Herfert) und DAS SCHWEIGEN DES LAMMRAGOUTS der zweite eigene Krimiband der Autorin:

„ALS SEI NICHTS GEWESEN… – 13 Kriminalstorys und Thriller“, Romantruhe, Kerpen, August 2009. 200 Seiten, Euro 9,95.

Auch in diesem Band präsentiert Franziska Kelly Kriminalstorys auf der ganzen Bandbreite: von amüsant über gruselig, von kuschelig bis schaurig; manchmal sogar nervenzerreißend, atemraubend oder richtig unheimlich.
Vielfältige Unterhaltung eben.
Kelly stellt sich stets vor oder neben ihre Protagonistinnen. Und so nehmen diese die Leser/innen mit in eine Geschichte, bei der sie ein Mal nicht die Verliererinnen sind. Auch wenn sie dabei manchmal unorthodoxe Mittel anwenden…
Bei manchen der in diesem Band enthaltenen Kurzkrimis und Thrillern vergeht einem das Lachen gleich nach den ersten Zeilen. Bei anderen ist Schmunzeln angesagt.
Alles Psycho, alles nur Fantasie?
Nein, denn es könnte Wirklichkeit sein oder werden. Verbrechen wie Vergewaltigung, Kinder’pornografie’ im Internet, Bankraub, Entführung, Geiselnahme, ’häusliche’ Gewalt, Fremdgehen, Erbschleicherei, Inzest und sogar Snuff-Videos sind wahrlich nicht von Pappe!
Und wie auch im ersten Band – „Das Schweigen des Lammragouts…“ – wehren sich die Opfer oder deren Helfer/innen; manche auf raffinierte Weise, andere auf spektakuläre, auf intelligente oder eine eher leise Art. Eben so, als sei nichts gewesen…

Aktuell – über den Sommer 2009 hinweg – schreibt die Autorin an ihrem dritten Sachbuch: „SINE LAUDE! Sexismus an der Hochschule, eine Kampfansage“ für den Diametric Verlag.

„Die neuen Fälle sind haarsträubend! Nach 20 Jahren Menschenrechtsarbeit haut es sogar noch mich um“, sagt Gerstendörfer. „Wenn sich eine Studentin vor lauter Angst versucht, die Vagina zuzunähen, weil ihr Professor sie massiv erpresst und vergewaltigen will, dann sitze ich abends auf dem Sofa und weine.“

Durch die unterschiedlichen Genres, die die Autorin nutzt, ist nun das Fachliche und Sachliche gepaart mit dem Belletristischen.

„Mit welchem Genre mehr zu erreichen ist, wird die Zeit zeigen“, sagt Monika Gerstendörfer, alias Franziska Kelly. „Mit Krimis erreicht man ganz andere Zielgruppen. Das ist wichtig! In jedem Falle brauche ich beide Genres für meine eigene Psychohygiene. Dies sei mir bitte erlaubt!“

Angaben:

Franziska Kelly: „ALS SEI NICHTS GEWESEN… – 13 Kriminalstorys und Thriller“, Romantruhe, Kerpen, August 2009. 200 Seiten, EUR 9,95. Direkte Bestellung hier

oder hier.

Weitere Bücher von Monika Gerstendörfer
„Sine Laude – Sexismus an deutschen Hochschulen, Eine Kampfansage“, Diametric Verlag, ISBN 978-3-938580-19-6.
Erscheinungstermin: November 2009
EUR 19,90 Subskriptionspreis bis Erscheinen: EUR 16,90.
hier vor/bestellen

Franziska Kelly, Max Herfert (Hrsg.), „Million Dollar Mama – 21 Kriminalstorys rund um den Boxsport“, Romantruhe, Kerpen, Mai 2008. ISBN 978-3-940812-09-4. Euro 13.95.

Franziska Kelly: „Das Schweigen des Lammragouts… – 13 Kriminalstorys mit Rezepten!“, Romantruhe, Kerpen, Juni 2008, ISBN 978-3-940812-10-0. Euro 9.95.

Quelle / Text: Franziska Kelly

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