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Erschütternder Tatsachenbericht: „Ich mach‘ dich tot!“

Foto: Willi Schewski - www.fotopresse-nord.de

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Auszug aus der Webseite:

„Ich mach‘ dich tot!“ ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das zum ersten Mal im Alter von sechs Jahren mehrfach missbraucht wird. Der Täter stirbt einige Monate später, was dem Kind aber nur drei Jahre Ruhe beschert. Mit neun Jahren wird es erneut missbraucht, diesmal von einem nahen Verwandten.

Die Missbräuche bleiben nicht ohne Auswirkungen auf das weitere Leben des Kindes, der Jugendlichen und der erwachsenen Frau. Vierzig Jahre lang schweigt sie, dann kommt es zum physischen und psychischen Zusammenbruch, aus dem sie sich nur mühevoll und in kleinen Schritten wieder befreien kann. Jahrelange Therapien sind notwendig, um das Leben wieder lebenswert werden zu lassen.

Das kleine Buch soll Mut machen und aufzeigen, dass es Wege aus jeder noch so verfahrenen und unglücklichen Situation gibt. …“

hier zur Webseite der Autorin

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Kriminalstatistik 2008 – Weiterer Anstieg bei Kindern als Gewaltopfer

Bund Deutscher Kriminalbeamter und Deutsche Kinderhilfe fordern sofortiges Handeln der Politik: Scheitern des Kinderschutzgesetzes unverantwortlich!

Berlin, 2. Juli 2009
Die vom Abteilungspräsident des Kriminalistischen Instituts beim Bundeskriminalamt (BKA) Carl-Ernst Brisach erläuterte Auswertung der Kriminalstatistik 2008 in Bezug auf die kindlichen Gewaltopfer wirft ein neues Licht auf die Datenerhebung.

Wurde dort noch ein insgesamt positives Bild der Kriminalitätsentwicklung gezeichnet, stellt sich die Situation bei den kindlichen Opfern von Gewalttaten anders dar: Im Jahr 2005 waren noch 154 Kinder unter 14 Jahren Opfer versuchter bzw. vorsätzlicher Tötung – davon 76 unter 6 Jahren. Im Jahr 2008 waren dagegen 179 Kinder unter 14 Jahren Opfer versuchter bzw. vorsätzlicher Tötungsdelikte – davon 122 unter 6-Jährige.

Ganz erheblich gestiegen sind auch die Fälle von Misshandlung: Vom Jahr 2007 auf 2008 gab es einen Sprung von 3.906 (davon 1.694 unter 6-Jährige) auf 4.068 (davon 1.799 unter 6-Jährige). Dazu der Langzeitvergleich: 1998 waren es 2.411 (907 der unter 6-Jährigen).

Die vorgestellten Zahlen belegen eindrucksvoll, dass die öffentliche Wahrnehmung von Kindesmisshandlungen offenkundig nachgelassen hat. Jedes Jahr kommen mehr Kinder ums Leben, eine echte öffentliche Debatte wird aber nicht (mehr) geführt. Die Lage hat sich trotz der dramatischen und von den Medien begleiteten Todesfällen von Kevin und Lea-Sophie sowie der darauffolgenden Beteuerungen der Politik nicht verändert.

„Die Zahl von 179 Kindern, davon 122 unter 6-Jährige, die starben oder nur aufgrund des Eingreifens von Polizei und Ämtern und des Einsatzes von Ärzten versuchte Tötungen meist schwer verletzt und traumatisiert überlebt haben, müssen alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft aufrütteln“, sagte Bernd Carstensen, stellvertretender Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK).

Foto: Willi Schewski - www.fotopresse-nord.de

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„Allen Beteuerungen aus dem Kinder- und Jugendhilfesystem zum Trotz belegen die Opferzahlen, dass die Strukturkrise der Kinder- und Jugendhilfe nach wie vor unvermindert anhält. Vor allen Dingen die Qualitätskrise – 600 Jugendämter in Deutschland arbeiten immer noch nicht nach einheitlichen Qualitäts- und Diagnosestandards – verhindert einen effektiven Kinderschutz“, sagte Prof. Dr. Harald Mau, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie Charité – Universitätsmedizin Berlin und Initiator der bundesweit ersten Kinderschutzgruppe.

Dass es der Politik nach den eindeutigen und überparteilich gefassten Beschlüssen des Kindergipfels im Dezember 2007 nun nicht gelungen ist, ein Kinderschutzgesetz zu verabschieden, ist das traurigste Kapitel dieser Großen Koalition. Weiterhin behindert der Datenschutz die Zusammenarbeit von Behörden. Die an sich sinnvolle ärztliche Schweigepflicht erweist sich bei einer Kindeswohlgefährdung oftmals als Hemmschuh.

Weiterhin bleibt es, wie in den Fällen von Kevin oder Lea-Sophie, den Jugendämtern überlassen zu entscheiden, ob sie bei Verdacht einer Kindeswohlgefährdung den Dialog mit den Eltern nur im Amt suchen oder das Kind unter Wahrung des Vieraugenprinzips in Augenschein nehmen.

„Das von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt gebliebene Scheitern des Kinderschutzgesetzes zu Beginn dieser Woche wird dazu führen, dass weiterhin zu viele Kinder Opfer von Gewalt und Vernachlässigung werden. Das Scheitern des Gesetzes ist zum einen dem Wahlkampf geschuldet. Zum anderen aber fehlte dieser Regierung der politische Wille, auch gegen Widerstände innerhalb des Systems Veränderungen herbeizuführen.

Die Kanzlerin ist erneut aufgefordert, das Thema Kinderschutz zur Chefsache zu erklären und mit den Spitzen der Koalition doch noch eine Einigung zu erzielen. Offenkundig sind die Sozial- und Familienpolitiker an der Nähe zum System gescheitert“, äußerte Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe.

Quellen:

Bund Deutscher Kriminalbeamter
Bernd Carstensen
Pressesprecher des Bundesvorstandes

Deutsche Kinderhilfe e.V.
Julia Gliszewska

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