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Greenpeace-Report zur Rinderzucht in Amazonien | Brasilianische Supermaerkte verzichten auf Fleisch aus Urwaldzerstoerung / Handelsketten reagieren

Hamburg, 11. 6. 2009 – Als Reaktion auf den aktuellen Greenpeace-Report zu Amazonien verkaufen die groessten Supermarkt-Ketten Brasiliens kein Rindfleisch mehr, das aus Urwaldzerstoerung stammt.

Wal-Mart, Carrefour und weitere Handelshaeuser wollen die Geschaeftsbeziehungen zu Farmen und Schlachthaeusern beenden, die Rinder auf illegal gerodeten Waldflaechen zuechten oder Rinder von dort beziehen. Zudem fordern Sie die Einfuehrung eines Herkunfts-Nachweises fuer Fleisch.

„Wir begruessen die Initiative der brasilianischen Supermaerkte“, sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace. „Sie ist eine klare Ansage an die Rinder-Industrie, dass Urwaldzerstoerung nicht laenger belohnt wird.“

Der Anfang Juni veroeffentlichte Greenpeace Report „Wie Amazonien abgeschlachtet wird“, zeichnet den Weg von der illegalen Regenwaldrodung bis zum Verkauf von Rindfleisch- und Lederprodukten nach. Das Rindfleisch wird vor allem in Brasilien verkauft, Leder wird exportiert. Firmen wie Adidas, Nike, Timberland, Geox und Clarks beziehen Leder, das aus Urwaldzerstoerung stammen kann. Kommende Woche wird es dazu erste Gespraeche zwischen Adidas und Greenpeace in Herzogenaurach geben.

„Die Schuhfirmen muessen sich an dem Vorstoss der Supermaerkte ein Beispiel nehmen und sicher stellen, dass fuer ihre Schuhe kein Leder aus Urwaldzerstoerung verwendet wird“, sagt Riedl.

Rund 80 Prozent aller gerodeten Urwaldflaechen in Amazonien sind Rinderweiden. Gegen 20 Rinderfarmer und 13 Schlachthaeuser im
Amazonas-Bundesstaat Pará ermittelt seit letzter Woche auch die Staatsanwaltschaft. Ihre Forderung gegenueber den betroffenen Firmen belaeuft sich auf rund eine Milliarde US-Dollar.

Die Rinderzucht in Brasilien waechst rasant. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der brasilianische Rindfleisch-Export versechsfacht. Ermoeglicht wird dieses Wachstum durch die geringen Kosten fuer Weideland. Die Urwaelder des Amazonas sind wichtig fuer das weltweite Klima. Wissenschaftler schaetzen, dass die Waelder des Amazonas-Gebietes 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Bis Juli 2008 wurden bereits 74 Millionen Hektar des Regenwaldes vernichtet, dies entspricht der
doppelten Flaeche Deutschlands.

Damit die Urwaelder weltweit geschuetzt werden koennen, fordert Greenpeace die Einrichtung einen internationalen Urwaldfonds. Nur wenn die Industrienationen den Entwicklungslaendern Geld fuer den Schutz ihrer Waelder und des Klimas zahlen, koennen die Urwaelder gerettet werden.

Insgesamt muessen die Industrielaender 110 Milliarden Euro jaehrlich fuer den Kampf gegen den Klimawandel bereitstellen. Fuer Deutschland bedeutet dies einen Anteil von sieben Milliarden Euro.

Quelle: Greenpeace
Foto: fotopresse nord

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Greenpeace-Report: Rinderzucht bedroht den Amazonas-Regenwald Europaeische Lederindustrie profitiert von Urwaldzerstoerung

Rettet das Klima!

Rettet das Klima!

Hamburg, 1. 6. 2009 – Adidas, Reebok, Nike, Clarks, Geox und Timberland profitieren von guenstigem Leder aus brasilianischen Regionen, in denen fuer die Rinderzucht der Urwald zerstoert wird.

Das ist das Ergebnis eines Reports, den Greenpeace zum heutigen Beginn der Bonner UN-Klimaverhandlungen veroeffentlicht. Rund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldflaeche wird im Amazonasgebiet als Weideland fuer die Rinderzucht verwendet. Waehrend das Rindfleisch ueberwiegend in Suedamerika konsumiert wird, wird das Leder nach China, Italien und Vietnam exportiert. Dort lassen die Schuhfirmen auch fuer den europaeischen Markt produzieren.

„Wer den Urwald in Brasilien zerstoert, schaedigt weltweit das Klima. Wir Europaeer muessen uns die globalen Auswirkungen unseres Konsums bewusst machen“, sagt Tobias Riedl, Urwaldexperte von Greenpeace. Nach Schaetzungen von Wissenschaftlern sind in den Waeldern des Amazonasgebietes 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die Zerstoerung des Waldes wuerde dem circa 400-fachen CO2-Jahresausstoss von Deutschland entsprechen. „Die Schuhfirmen nehmen billigend in Kauf, dass ihre Produkte aus Urwaldzerstoerung stammen. Wer so handelt gefaehrdet das Klima und seinen Ruf. Die Firmen muessen fuer den Konsumenten
nachvollziehbar sicherstellen, dass sie nicht zur Urwaldzerstoerung beitragen.“

Die Rinderzucht in Brasilien waechst rasant. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der brasilianische Rindfleischexport versechsfacht. Ermoeglicht wird dieses Wachstum durch die geringen Kosten fuer Weideland, das durch das Abholzen des klimaschuetzenden Urwaldes gewonnen wird. Schon jetzt ist Brasilien der viertgroesste Klimaverschmutzer der Welt. Rund 75
Prozent der brasilianischen Treibhausgasemissionen stammen aus der Zerstoerung der Waelder. Bis Juli 2008 wurden bereits 74 Millionen Hektar des Regenwaldes komplett vernichtet, dies entspricht knapp 20 Prozent der urspruenglichen Flaeche – die doppelte Flaeche Deutschlands.

Greenpeace fordert die Industrielaender auf, einen internationalen Urwaldfonds einzurichten, der Tropenwaldlaendern wie Brasilien Geld fuer den Schutz Ihrer Waelder und des Klimas zahlt. Insgesamt muessen Industrielaender 110 Milliarden Euro jaehrlich fuer den Kampf gegen den Klimawandel bereitstellen. Fuer Deutschland bedeutet dies einen Anteil von sieben Milliarden Euro.

In Bonn beginnt heute die zweite Runde der UN-Vorverhandungen fuer die Weltklimakonferenz, auf der im Dezember in Kopenhagen Loesungen gegen den Klimawandel beschlossen werden sollen. Erstmals diskutieren die Delegierten derzeit in Bonn einen konkreten Vertragstext fuer ein neues Klimaabkommen.

Countdown fuer Kopenhagen: Nur noch 188 Tage bis zum Beginn der Weltklimakonferenz!

Quelle: Greenpeace

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