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Streamst Du schon oder bloggst Du noch? Sind Blogs überholt?

Streamst Du schon oder bloggst Du noch?von Hannelore am 14. August 2009 · 1 Kommentar

in Gesellschaft im Wandel, Web 2.0

Web of Flow, powered by YouAls ich diesen Titel eines Posts von Mario Grobholz in meinem Twitter-Stream las, dachte ich: Genau deshalb blogge ich zur Zeit nicht, weil ich das für mich richtige Streaming-Tool noch nicht gefunden habe.

Streaming

Was ist “Streaming”? Auch Flow für engl. “das Fließen, der (Daten)Fluss”.

Man versteht darunter den Datenfluss im Internet, den der User sofort und ich Echtzeit erhält. Email gehört nicht dazu, denn die erhält die Empfängerin erst, wenn sie ihre Mailbox öffnet, das kann 1 Minute oder 3 Tage später sein.

Ein Blog gehört auch nicht dazu, weil du den Text nicht lesen kannst, während ich ihn schreibe, sondern erst nachdem ich ihn veröffentlicht habe und du ihn dann später hier oder im RSS-Reader aufrufst, und er nicht in deinem ‘Stream’ erscheint, sondern höchstens ein Hinweis darauf. Das gleiche gilt für Kommentare. Viele kommen gar nicht zurück, um eventuelle Kommentare zu lesen.

Die enge Verbindung zwischen Blog-Beiträgen und den dazugehörigen Kommentaren mag zuerst als positives Zusammenspiel erscheinen, ist aber sehr begrenzt und geschlossen.  Um einen interessanten Kommentar-Thread zu verfolgen, müssen die Leute zum Beitrag gehen, den Kommentar-Link öffnen und runter scrollen, bis sie das Gesuchte finden. Zu aufwändig, dieses “umher wandern im Netz von Seiten”. Es ist wie ein Ausflug in die Bücherei.

Was du brauchst und willst, kommt zu dir

Twitter und ähnliche Anwendungen (Friendfeed, Facebook) dagegen basieren auf dem “Web im Fluss”: Informationen aller Art fließen zu uns, nicht anders herum. Und dieser Fluss wird durch Menschen angestoßen, kommt durch Beziehungen zustande, und besteht nicht aus einem Haufen von Klicks, Scrollen und dergleichen. Es ist eine Bewegung weg vom “Jagen und Sammeln” zu einer Beziehungs-Kultur.

Unsere Flow-Anwendung, unser Life-Stream, ist das Sammelbecken für erwünschte Information, anstatt dass wir ihr mit großem Zeitaufwand hinterher eilen müssen.

Sind Blogs überholt?

Tendenziell verlagert sich Kommunikation, also auch Blog-Kommentare, mehr und mehr in die Streams von Twitter und Facebook, wo in lockerem Gesprächsstil Austausch viel einfacher, zeitnaher und schneller geht.

Werden dadurch Blogs unattraktiv, weil sie zwar den Artikel und die Information bieten, aber künftig immer weniger Kommentare und Diskussionen enthalten?

Was wird dann aus den Blogs, wenn die Konversation darüber woanders stattfindet?

Sie werden der Ort sein, wo wir unsere Beiträge archivieren, wo die Leute sie finden können, wenn sie sie brauchen. Das ist notwendig.

Nach diesem Prinzip verfahre ich seit Jahren mit meinen Websites und diesem Blog. Nur im Blog publiziere ich noch; um vertiefende Informationen anzubieten, verweise ich auf Website-Artikel, von denen ich in der Vergangenheit reichlich geschrieben habe.

Beim Bloggen bleibt das austauschende Gespräch mit Gleichgesinnten auf der Strecke. Das Fließen von Gedanken hin und her fehlt.

Beim Entwerfen moderner Blog-Software hatten die Entwickler nicht “Flow” im Sinn: Diese Software basiert noch auf Web 1.0-Prinzipien. Und obwohl sie dabei geholfen hat, eine Revolution in Sachen ‘Sozialfähigkeit’ zu erzeugen, unterstützt sie dies selbst nicht besonders gut.

Wie finden wir, was wir suchen?

Ich gelange zu Blog-Posts zunehmend über Erwähnungen in Form von ‘Gesprächsstückchen’ auf Twitter (viele Leute nutzen dazu auch Facebook oder Friendfeed.) Dazu muss ich nicht mal den Browser öffnen und eine Website ansteuern. Nachdem ich den PC angeschaltet habe, erscheint am Rand des Monitors ein ca. 12 cm breiter Streifen (die Software “Twhirl”), wo zwei- bis dreizeilige Sätze mit einem Link aufgelistet sind. Sie machen mich aufmerksam auf Dinge, die mich interessieren.

Da steht zum Beispiel:

Ende der E-Mail? http://post.ly/2E23

dann kommt die nächste Zeile:

8 Valuable Lessons Newspapers Must Learn From Bloggers to Survive http://is.gd/2fZZW

Manchmal überfliege ich die Liste, also meinen ‘Stream’; manchmal öffne ich gleich ein Windows-Fenster, das ihn überdeckt und ich beachte ihn gar nicht. (Ich gehe auch nicht immer ans Telefon, nur weil es gerade klingelt.)

Wenn mich eine Nachricht interessiert und ich mir Zeit dafür nehmen will, klicke ich auf einen Link in dem abwärts strömenden Fluss (es fließen von oben ständig neue Infos rein), schaue mir den ganzen Artikel an, und biete meine Sichtweise im Flow/Stream an, also auf Twitter oder Friendfeed, und nicht auf dem Blog. Danach kehre ich zurück zu meinem Info-Fluss (flow), wo ich mich die meiste Zeit aufhalte.

Das macht Sinn: Denn ich will über den Blog-Post mit der Person reden, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, und nicht mit einer fremden Gruppe auf dem Blog, oder sogar mit dem Autor, den ich wahrscheinlich überhaupt nicht kenne.

Stowe Boyd (er prägte den Begriff  ’social tools’ bereits 1999) empfiehlt “Web of Flow” ein paar mal hintereinander zu sagen:

So say “Web of Flow” a few times. Get used to it. Tell all your friends. It may wind up being called the Real Time Web, but you’ll know what is really going on if someone asks you.

 

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Medien | Wie surft mein Kind sicher im Internet? 10 Eltern-Tipps für die richtige Betreuung

Wie surft mein Kind sicher im Internet? 10 Eltern-Tipps für die richtige Betreuung

* Über 85 Prozent aller Kinder ab 10 Jahren nutzen das Internet regelmäßig
* Sicher online lernen, spielen und chatten: Panfu-Gründer geben Eltern und Kindern Tipps

Berlin, 09. Juni 2009 – Über die Hälfte aller Kinder von 6 bis 14 Jahren nutzt bereits regelmäßig das Internet. Bei Kindern ab dem 10. Lebensjahr sind es sogar über 85 Prozent. Neben dem Recherchieren für Hausaufgaben beschäftigen sich die jungen Internet-Nutzer zunehmend auch mit Online-Angeboten zum Spielen, Chatten, Musik hören und Videos anschauen. Auch wenn, oder gerade weil, Kinder mittlerweile mit dem Internet aufwachsen und immer intuitiver damit umgehen, besteht jedoch häufig die Gefahr, dass sie mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen.

Die Gründer von Panfu (www.panfu.com, www.panfu.de), der größten Website für Kinder von 6 bis 14 Jahren in Deutschland und Europa, haben deshalb einen Leitfaden für Eltern mit 10 hilfreichen Tipps für die richtige Betreuung ihrer Kinder im Umgang mit dem Internet zusammengestellt. „Wir haben Panfu speziell auf die Ansprüche von Kindern ausgerichtet und stellen sicher, dass sich unsere Nutzer in einer sicheren Umgebung aufhalten und nur mit kindgerechten Inhalten in Verbindung kommen,“ so Kay Kühne, Mitgründer und Geschäftsführer der Young Internet GmbH Und weiter: „Wir beobachten allein schon durch die rege Beteiligung auf unserem Blog, wie aktiv sich Kinder im Netz einbringen, und möchten mit unseren Tipps Eltern einige Hinweise auf den Weg geben, wie sie ihre Kinder am besten bei der Internet-Nutzung begleiten können.“

1. Kindgerechte Online-Angebote erkennen
2. Sich selbst mit dem Internet beschäftigen
3. Moderierte Chats nutzen und sicheres Verhalten in Chats üben
4. Eigene Inhalte nur sparsam und unter größter Vorsicht einstellen, auf Angabe persönlicher Daten verzichten
5. Anonyme E-Mail-Adresse verwenden
6. Kreditkarten und Kontodaten für Kinder unzugänglich machen
7. Kindgerechte Online-Angebote in einem eigenen Browser-Benutzerkonto als Lesezeichen verwenden
8. Gemeinsam mit dem Kind ins Internet gehen und über die Webseiten sprechen
9. Nutzungszeit am Computer vereinbaren
10. Downloads von Dateien nur nach ausdrücklicher Erlaubnis durchführen.

 

Quelle:  Panfu (www.panfu.com) Miriam Rupp

Über Panfu: Panfu (www.panfu.com) ist mit 10 Mio. registrierten Nutzern Europas größte Website für Kinder von 6 bis 14 Jahren. Die Young Internet GmbH, Europas führender Anbieter für kindgerechte Internetangebote, hat mit Panfu ein TÜV-geprüftes Multiplayer-Online-Spiel entwickelt, das vor allem sicher und gewaltfrei ist und neben Spielspaß und Interaktion auch die geistige Entwicklung und Kreativität der Kinder fördert.

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